Die Kämpfe des autistischen Denkers

von Marc Segar

aus dem Englischen von Rainer Döhle

Über Marc Segar

Marc Segar (1974-1997), Bachelor of Science in Biochemie an der Universität Manchester. Wir danken Marcs Eltern sehr für die geleistete Hilfe und Unterstützung, die dazu beigetragen hat, dass seine Arbeit den größeren Leserkreis bekommen hat, den sie verdient. Marc Segars tragischer Tod im Jahr 1997 im Alter von 28 Jahren erfüllt diejenigen, die ihn und seine Arbeit gekannt haben, mit Trauer und Bestürzung. Wir hatten uns Inspiration erhofft und sehen uns nun durch seinen Tod um diese betrogen.
Trotz der Kürze seines Lebensweges hat Marcs Denken bereits eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung unseres Verständnisses gespielt. Wir vermissen ihn.

Marc SegarMarc Segar


Kapitel 1

Solange ich zurückdenken kann, hatte ich immer Gedanken und Vorstellungen, die mich damals offenbar jeweils einmalig gemacht haben. Tatsächlich waren viele meiner frühesten Erinnerungen Theorien, die ich mir über die Welt um mich herum gemacht habe. Vielleicht meine ersten Gedanken überhaupt drehten sich um Phonetik. Ohne wirklich zu wissen, was “Phonetik” wirklich ist und wohl sogar ohne überhaupt das Alphabet zu kennen, hatte ich mir klar gemacht, dass “p” eine härtere Version von “b” ist, “t” eine härtere Version von “d”, “k” eine entsprechende von “g” und das scharfe s eine entsprechende Version vom weichen s. Das alles funktionierte in meinem Kopf wunderbar und zwar in einem Alter von nur 4 Jahren, einem Alter also, in dem ich bis auf das Ausdrücken von Grundbedürfnissen noch nicht sprechen konnte. Mir war jedoch nicht bewusst, dass ich nicht sprechen konnte. Ich dachte einfach, dass ich es sehr wohl konnte.

Im selben Alter habe ich mir auch Fragen über Stoffe gestellt und geglaubt, dass unterschiedliche Farben immer auch unterschiedliche Stoffe repräsentieren müssten. Man könnte sagen, dass ich an das Prinzip der Formlosigkeit.

Ich habe mich auch gefragt, was wohl passiert, wenn ich um die Erde oder eine lange Strecke immer geradeaus reisen würde. Käme ich am Ende vielleicht an eine Pappwand, die ein Teil des riesigen Pappkartons wäre, der das Universum umhüllt? Und wenn ja, was wäre dann auf der anderen Seite? Vielleicht gäbe es dort noch mehr Pappkartons, die alle in einem noch größeren Pappkarton steckten. Wenn man eine Theorie aufstellt, die wiederum von einer anderen Theorie abhängt, dann kommt man wohl zu solchen Schlussfolgerungen. Das sind dann die Fallen, die sich aus linearem Denken ergeben und die dazu führen, dass die eigenen Interpretationen sozialer Situationen oft so verheerend falsch sind.

Als ich zuerst in die Schule ging, hatte ich einen Lehrer, der einen einfühlsamen und offenen Ansatz vertrat. Meine Klassenkameraden haben mich so akzeptiert, wie ich war, obwohl ich ständig mit Tagträumereien beschäftigt war und meine Blicke über die falsche Seite des Klassenraums wandern ließ, während vorne der Lehrer eine Geschichte erzählte. Schon in so jungen Jahren haben andere Kinder wohl gemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmte, obwohl ich selbst nie etwas Derartiges ahnte; und das blieb noch eine ganze Weile so.

Mein ganzes Leben lang haben mich Menschen anders behandelt als sie sich untereinander behandelt haben und wenn ich gefragt habe, warum sie das tun oder was mit mir nicht stimmte, konnten sie mir das offenbar nie wirklich sagen. Sie sagten, da käme einfach vieles zusammen.

Was die Leute wohl völlig aus dem Konzept bringt, ist, dass sie einfach nicht zu verstehen scheinen, wie ein sechsjähriger Junge, der alle Planeten im Sonnensystem kennt und der fünf minus drei rechnen kann, noch nicht begreift, dass es unpassend ist, wenn er beim Spielen in Mülleimer klettert oder dass es sich nicht gehört, im Unterricht am Stift zu kauen und aus dem Fenster zu starren.

Ich muss gestehen, viele Fähigkeiten und Brocken an wissenschaftlichen Kenntnissen, die ich besaß, kamen nicht vom Lernen in der Klasse. Stattdessen hatte ich sie von den Antworten meiner Eltern auf meine oft recht eigenartigen Fragen. Immerhin hatte das den positiven Effekt, dass die Leute mich zwar wohl für etwas schräg, aber doch nicht für dumm hielten. Außerdem bekam ich dadurch eine eher wissenschaftliche Perspektive auf das Leben, ohne die ich kaum so weit gekommen wäre, wie ich dann gekommen bin. Ich habe also soziale Verhaltensweisen wissenschaftlich analysiert, was es mir ermöglichte, als Mensch an einer Gruppe teilzunehmen.

Meine Mutter hat mich auf dem Schulweg und zurück immer begleitet. Dabei habe ich gerne Beethovens Violinkonzert vor mich hin gesungen, das mein Vater immer gehört hatte. Emma, meine Schwester, war damals im Kinderwagen und bekam die mütterliche Aufmerksamkeit, während ich Beethoven sang, ohne mir über die symbolische und emotionale Bedeutung, die es hat, wenn die Familie Zuwachs bekommt, im Klaren zu sein. Es war wohl, als meine Schwester fast zwei Jahre alt war, als wir anfingen, gemeinsam zu spielen. Dazu gehörten dann einige wenige Figuren oder Personen, die durch Puppen, Teddies, andere Spielsachen oder einfach nur irgendwelche Gegenstände dargestellt wurden. Die haben wir dann in eine Reihe aufgestellt und etwas verprügelt.

Nachdem sie gesehen haben, dass ich mit Action Man wenig anfangen konnte, haben meine Eltern mir Lego gezeigt. Lego war für mich das perfekte Spielzeug. Ich habe dann ganze Tage einfach nur damit verbracht, daraus Formen und Strukturen zusammenzubauen.

In der Schule hatte ich einen besten Freund, Ben, dessen Arbeit darunter litt, dass er sich um mich kümmerte. In der Regel war es so, dass diejenigen, die in der selben Klasse wie ich waren, mich manchmal verteidigten und sich beim Spielen um mich kümmerten. Wenn mir aber danach war, irgendwo anders hinzugehen, war ich ein leichtes Opfer. Ich weiß nicht, wie das Lehrpersonal meine komischen Rituale und Angewohnheiten interpretierte, aber ich schätze, sie haben sich gedacht, ich sei jemand, der penetrant Aufmerksamkeit sucht. Was ich über die Lehrer dachte, war überhaupt eigenartig. Ich, die anderen Kinder, meine Eltern, das waren für mich alles Menschen. Lehrer dagegen waren für mich nicht Menschen, sondern eben Lehrer und die Kantinenfrauen waren eben Kantinenfrauen. Ein bisschen war das so, als seien sie für mich eine eigene Spezies, deren Aufgabe es war, sich um Menschen zu kümmern.

Bei Puppen war meine Verwirrung noch größer. Puppen leben nicht wirklich. Trotzdem tut man so, als würden sie es tun, obwohl sie ja tot sind. Jedenfalls soll man auf sie reagieren, ALS OB sie leben würden, obwohl wir insgeheim wissen, wie es wirklich ist. Die Geschichte mit dem Weihnachtsmann hat mich schließlich noch mehr verwirrt. Überhaupt konnte man mich immer dann leicht durcheinanderbringen, wenn Realität und so tun als ob auseinander fallen. Über lange Jahre in meinem Leben war ich da leicht zu täuschen.

Für die Unruhestifter in der Schule war ich etwas wirklich Interessantes. Wenn sie sagten, ich solle das und das tun, dann habe ich es getan und dabei noch gedacht, ein guter Junge zu sein, der tut, was man ihm aufträgt, ohne zu ahnen, dass es gegen die Schulregeln war, sodass ich dadurch immer wieder Ärger bekam. Wenn sie dann sagten: “ich sag's den Lehrern weiter, was du gemacht hast,” wurde mir klar, dass ich wieder mal Schulregeln gebrochen hatte und das fand ich natürlich sehr unfair. Ich habe darauf dann reagiert, indem ich gesagt habe: “Nein, bitte nicht,” wodurch ich wohl erst recht wie jemand wirkte, der Aufmerksamkeit sucht.

Wenn man mich gerade nicht zum Opfer gemacht hatte, hat man einen Bogen um mich gemacht. Ich weiß noch, wie verzweifelt ich versucht habe, an den Spielen der anderen Kinder teilzunehmen. Dann habe ich mir gewünscht, ich könnte mit einer Tasche voll Murmeln zur Schule kommen, mit den anderen spielen und mehr mit nach Hause nehmen, stattdessen habe ich sie immer wieder an kleine Räuber und Betrüger verloren.

Mir war wohl nicht bewusst, dass etwas nicht mit mir stimmte, aber das Gefühl, zurückgewiesen zu werden tauchte über die Jahre immer wieder auf.

Irgendwann in meinem dritten Schuljahr besuchte uns dann Dr. Elizabeth Newson und versuchte herauszubekommen, was mit mir nicht stimmte. Eine Stunde lang sprach sie mit mir über mein Lieblingsthema, das Sonnensystem. Beeindruckt von meinem Wissen auf diesem Gebiet, sprach sie den Verdacht aus, ich könnte Autismus haben, war sich aber nicht völlig sicher. Meine Eltern baten sie dann, mit mir über ein anderes Thema zu reden. Daraufhin war die Diagnose eindeutiger und meine Eltern machten sich Sorgen angesichts einer nicht kurierbaren sozialen Störung, waren aber zugleich erleichtert, dass ihnen endlich jemand sagen konnte, was das Problem war.

Meine Obsessionen und Interessen gingen sehr in die Tiefe, aber kaum in die Breite und meine Verhaltensmuster waren sehr ritualisiert und wiederholten sich. In der Schule kam ich weder mit dem Unterricht, noch mit den anderen Kindern klar, ich störte den Unterricht, war ein Tagträumer und benahm mich meist so, als würde mich keiner sehen können.

Mit acht Jahren wurde ich aus der Regelschule herausgenommen und auf der Whitefields Sonderschule im Osten Londons eingeschult und zwar in eine Abteilung namens DNCC, was für “disabled non-communicating children” - “behinderte nicht-kommunizierende Kinder” steht. Das wurde bald ersetzt durch BCD, “behaviour and communication difficulties” - “Verhaltens- und Kommunikationsprobleme”, was eine wesentlich passendere Beschreibung war. Hier lernte ich zuerst Jenny kennen, die über lange Zeit meine Lehrerin war. Ich gehörte hier zu einer Gruppe von fünf Kinder, die alle die gleichen Probleme wie ich hatten, einer von ihnen hieß ebenfalls Marc. Das war schon ein ziemlicher Kontrast zu meiner bisherigen Klasse, wo ich einer von 30 Schülern gewesen war.

Dieser andere Marc hatte jede Menge witziger “blöder Bemerkungen” parat; das waren eine Art Schlagwörter, die man anbringt, um hysterisch darüber zu lachen, egal, ob das in der Situation passt oder nicht. Dazu gehörten “eine Banane haben” und “Sinn sinn für Marc Segar” oder auch Wörter, die komisch klangen oder Sachen aus der Fernsehwerbung. Die ganze Klasse fand das irre komisch. Überhaupt war ich verrückterweise besonders gut darin, die übrige Klasse zum Lachen zu bringen. Der Lehrer musste uns dann immer wieder bremsen.

Der Klasse wurde beigebracht, immer artig Guten Tag, Auf Wiedersehen, Danke und Bitte zu sagen. Offenbar legte man besonderen Wert auf Höflichkeit und Unabhängigkeit und in gewissem Sinne kam es mir gar nicht wie ein Schule vor. Nach und nach bildete sich in meinem Kopf dieses un-informierte Bild dessen, wie es in “normalen” Schulen zugehen musste. In den Oberschulen musste das Lernen wirklich anstrengend sein. Jeder musste da Französisch, Trigonometrie und Algebra lernen. Ich hatte das Gefühl, dass die Kinder in den normalen Schulen, verglichen mit dem, was ich tat, viel härter arbeiten mussten.

Kapitel 2

Ich glaube, dass ich, trotz der Wirkung, die eine Sonderschule auf mein Selbstbild hatte, ich letztlich dort doch glücklicher war. Es war eine geschützte Umgebung, in der ich ohne allzu große Angst arbeiten konnte und in der die anderen Kinder mir gegenüber nicht übermäßig feindselig waren.

In meiner Klasse war ein etwas älteres Mädchen, das Sammy hieß. Sie sprach schnell und einsilbig, hatte aber auch bestimmte Rituale und gab Geräusche von sich, die den ganzen Tag über eine Art beruhigende Hintergrundmusik bildeten. Ich habe mich rettungslos in sie verliebt, als sie einmal ihren Finger auf meine Nase legte. In späteren Jahren haben wir dann unsere Wangen aneinander gerieben und unsere Nasen gegeneinander gedrückt, was die verschiedenen Lehrer meist überhaupt nicht gut fanden.

Die meiste Zeit sind wir rausgegangen, etwa zum Einkaufen, Kochen, Abwaschen und was man sonst braucht, um persönlich selbständig zu werden. Ich denke, ich kann sagen, dass ich damals alles in allem Glück hatte. Ich war in einer kontrollierbaren Umgebung, wo die Belastungen und Anforderungen an mich genau die richtige Stärke hatten und wo ich im Vergleich zu meinen Klassenkameraden einige Vorteile besaß.

Auf der anderen Seite sah ich um mich herum alle diese Kinder, die sich in die Hände bissen, den Kopf gegen Wände schlugen und alle möglichen abseitigen Laute von sich gaben. Dadurch habe ich mich immer wieder gefragt: “Was zum Teufel mache ich hier überhaupt?” Einige der Lehrer, wenn auch längst nicht alle, behandelten mich, als wäre ich wesentlich jünger als ich war. Andere glaubten, ich würde mich nur behindert stellen, um die Vorteile des Systems auszukosten. Es ist schon komisch, wie normal ich manchmal nach außen wirken konnte, nur, um zwei Minuten später völlig wirres Zeug von mir zu geben.

Nach der Schule und in den Ferien war ich meist mit den Klassenkameraden meiner Schwester auf der Straße zusammen. Dann sind wir Fahrrad gefahren, mit Tempo die Abhänge rauf und runter, sind auf Mauern geklettert und haben darüber geplaudert, wie alt wir sind und auf welche Schulen wir gehen. Ich habe ihnen dann gerne den Namen meiner Schule gesagt, aber keine weiteren Einzelheiten verraten, um nicht sozusagen ein dunkles Geheimnis preiszugeben. Jedesmal, wenn ich morgens in den Kleinbus stieg, der mich zur Schule brachte oder abends wieder aus ihm ausstieg, hatte ich Angst, meine Freunde könnten herausfinden, dass ich leicht behindert war. Das musste ein ziemlich schlimmes Stigma sein. Später haben sie es dann doch übers Hörensagen herausgefunden, ohne, dass sich dadurch offenbar viel geändert hätte.

Wenn ich heute an all das zurückdenke, frage ich mich, wie ich es überhaupt geschafft habe, zu dieser Gruppe von Freunden dazuzugehören. Vielleicht, weil wir in der Regel zu fünft waren, genau die richtige Gruppengröße. Vielleicht hatte ich aber auch einfach das Glück, auf tolerante Kinder gestoßen zu sein. Außerdem kann es sein, dass meine Mutter nichts dagegen hatte, dass die anderen in unserem Garten spielten. Meine Erfahrung war, dass man in einer Gruppe entweder völlig abgelehnt oder aber akzeptiert wird, aber sobald die anderen sich erst einmal eine Meinung über einen gebildet haben, bleiben sie auch dabei. Diese Meinung über mich, egal, ob nun positiv oder negativ, hatte offenbar wenig mit dem Maß an Intelligenz oder an moralischer Reife in der Gruppe zu tun und manchmal war es in meinem Leben so, dass die Hälfte der Gruppen negativ auf mich reagierten und die andere Hälfte positiv.

Meine Schwester war in der Hinsicht ebenso exzentrisch wie ich, dass sie sich leicht aufregte. Man könnte meinen, dass sie einen grünen Explosionsknopf für alle sichtbar an sich trug, sodass viele nicht widerstehen konnten, ihn zu drücken. Damit waren wir beide die idealen Opfer, aber auch untereinander ärgerten wir uns gegenseitig. Bradley, einer unserer Freunde von der Straße, kam in den Ferien jeden Tag vorbei und hetzte uns gegeneinander auf. Der war wirklich gerissen und überheblich.

Wenn ich nicht gerade mit meinen Freunden zu tun hatte, war ich zu Hause, wo ich mich mit jeder Menge kleiner Projekte beschäftigte. So habe ich zum Beispiel zwei Jahre lang immer wieder Labyrinthe gezeichnet. Ich habe auch viel Zeit damit verbracht, mich an allerlei Mixturen in Kaffeekannen zu versuchen und habe es mit Teeblättern, Gras und Schlamm versucht. Die habe ich dann hinter meinem Bett verstaut und irgendwann vergessen. Wenn meine Schwester und ich mal allein zu Haus waren und keinen anderen zum Spielen hatten, haben wir Puppen und Teddies mit Schnüren am Geländer befestigt, Stifte in sie hineingesteckt, sie in Wasser getaucht oder sie an den Schnüren herumgedreht.

Dann faszinierte mich mein neuer ZX Spectrum-Computer und ich habe auf ihm Programme in Basic geschrieben. Bald konnte ich meine eigenen Computerspiele schreiben. Damals war es auch, als ich anfing, mir selbst das Spielen auf dem Keyboard beizubringen. Vielleicht waren es gerade solche Fähigkeiten, die dazu führten, dass die Schulfreunde meiner Schwester weiter an mir interessiert blieben. Besonders ein Freund, Douglass, war sehr interessiert an dem, was ich tat, wobei er darüber hinwegzusehen schien, dass ich selbst nicht wirklich wusste, wie ich mein Interesse an ihm ausdrücken sollte. Leider haben wir uns aus den Augen verloren, nachdem ich aus der Gegend weggezogen bin.

Kapitel 3

Emma und ich waren mittlerweile von der Folterung von Puppen und Teddies zum Bau von Lego-Kolonien im ganzen Haus übergegangen. Das neueste Spiel nannten wir “Hitler bestrafen”. Dabei stellte ein Lego-Mann mit Bart Hitler dar, während die große, komplex gebaute Lego-Stadt um ihn herum mit rund 20 individuellen Figuren ihn immer wieder bestrafte, während sie sich zugleich gegen die Angriffe Außerirdischer wehren musste. Es gab sogar eine Kolonie draußen im Garten, zu der die Stadtbewohner über einen Lift gelangen konnten, der an einer Schnur vom Badezimmerfenster hinunter bis in die Äste des Apfelbaums führte. Das Lego-Spielen hörte auf, als ich beschloss, dass ich zu alt für so was war, was Emma ziemlich wütend gemacht hat.

Es gab eine ganze Reihe von Dingen, die ich aufgab, weil ich mich für zu alt dafür hielt. Dazu gehörten alle möglichen Gruppenaktivitäten, wie Singen, Theaterauftritte oder an Spielen teilnehmen. Von diesen Gruppenaktivitäten gab es eine ganze Menge in der Familienhilfegruppe namens “Kith and Kids” (“Bekannte und Kinder”), bei der wir mitmachten.

Nicht lange nachdem ich meine Autismus-Diagnose bekam, gingen wir zum ersten Mal zu Kith and Kids-Veranstaltungen. Daran nahmen nicht nur die Familien mit einem oder mehreren behinderten Kindern teil, sondern auch Freiwillige, Leute aus Workshops, Programmplaner und Organisatoren. Als Familie hatten wir bei Kith and Kids immer viel Spaß, waren dabei immer beschäftigt und nie gelangweilt.

Eine meiner liebsten Aktivitäten bei Kith and Kids war wohl das Zusammenbauen von Burgen aus Kisten, in die dann die anderen Kinder klettern konnten, um sie zu erforschen. Kith und Kids war eine von mehreren Nischen, die mir angeboten wurden, um daran teilzunehmen.

Während meiner Zeit an der Sonderschule wurde ich auf Teilzeitbasis in eine normalere Schule integriert. Dazu gehörte die örtliche Grundschule und die Durants Sonderschule in North Enfield. Das war eine Schule für Kinder und Jugendliche mit allgemeinen Lernschwierigkeiten und Verhaltensproblemen, von denen die meisten recht gut sprechen und lesen konnten.

An der Durants-Schule gab es eine ziemliche Cliquenbildung und eine der Cliquen hatte mich besonders verfolgt und bedroht. Normalerweise konnte ich solche Situationen aber irgendwie bereinigen, weil an dieser Schule die Kinder zumindest nicht ganz so hinter mir her waren. Trotzdem stellte ich mir bei solchen Gelegenheiten folgende wichtige Frage: Warum sind Menschen zueinander so böse? Warum werde ich von diesen Kerlen geärgert, obwohl ich ihnen überhaupt nichts getan habe? Wenn Menschen vor der Wahl stehen, freundlich zu jemandem zu sein oder ihn zu beleidigen, wieso entscheiden sich die Menschen so oft für die Beleidigung? Mein Kopf war mittlerweile so sehr auf Logik getrimmt, dass ich meine Instinkte offenbar gänzlich vergessen hatte.

Ich will das menschliche Verhalten einmal im Sinne des Überlebens des Stärkeren erklären. Menschen streben danach, sich gegenseitig zu vernichten, wenn sie eine Bedrohung durch Konkurrenz erkennen. Es ist schon komisch, dass ich immer davon ausgegangen bin, dass ich, wenn ich woanders sozusagen mit einer weißen Weste neu anfangen würde, die Dinge sich klären würden. Erst in den letzten Jahren wurde mir allmählich klar, dass das nicht der Fall ist.

Kapitel 4

In meinen letzten zwei Jahren an der Whitefields-Schule waren alle meine Lehrer Männer. Das war wahrscheinlich für mich wichtiger, als ich damals erkannt habe, weil ich so einen guten Vergleichsmaßstab bekam, um mich selbst als Mann zu erkennen. Sie waren einfühlsam, begeisterungsfähig und weise. Am Anfang habe ich es mit Herumblödeln und Arroganz versucht und sie als eine Art Rivalen gesehen, aber auf lange Sicht kommt Herumblödeln gegen Weisheit natürlich nicht an.

Nachdem ich also so zwei Jahre lang an der Whitefields-Schule vorbereitet wurde, wurde ich für reif genug befunden, die Schule zu verlassen und so kam ich, widerstrebend, zur West Lea-Schule, die im wesentlichen wie normale Schulen funktionierte, bis auf die Tatsache, dass es kleinere Klassen gab. Einige an dieser Schule litten unter schweren physischen Beeinträchtigungen, wie etwa Asthma, einige hatten Dyslexie, aber insgesamt waren wir an der West Lea-Schule eine kleine, miteinander gut vertraute Gemeinschaft.

Nach und nach, wenn auch nicht gleich zu Beginn, wurde ich von den Klassenkameraden akzeptiert. Einer meiner engsten Freunde war Nigel, der ähnliche Probleme wie ich hatte. Wir haben gerne viel Blödsinn miteinander geredet und Werbejingles gesungen. Andere Klassenkameraden haben mich dann aber daran erinnert, dass solches Herumblödeln mit dem Alter weniger und nicht mehr werden müsse. Das fand ich aufdringlich und ich sah sie als Spielverderber. Ich wollte schließlich einfach nur, dass Nigel etwas Spaß hatte. Offenbar besteht bei den Mitmenschen dieser irrationale Drang, jede Art von Unsinn zu bekämpfen und auszurotten und mit ihm den autistischen Humor, um ihn durch geistreiche Wettbewerbsspielchen zu ersetzen.

Nigel und ich haben ungefähr zwanzig Werbejingles auswendig gelernt, außerdem haben wir die ersten 35 Elemente der Periodentafel zu einem Liedtext verarbeitet und wir konnten die ersten 17 Stellen von Pi aufsagen.

In dieser Zeit kam ein recht attraktives Mädchen neu an unsere Schule und fand mich sympathisch, wohl, wegen meiner eher unaufdringlichen Art. Sie hatte offenbar Probleme damit, mit ihren Gefühlen richtig umzugehen. Jeden Tag aufs Neue hat sie mit mir Schluss gemacht, nur, um am nächsten Tag wieder zu mir zurückzukehren. Die größeren, stärkeren Jungs sind immer zu mir gekommen und haben mir gönnerhaft auf die Schulter geklopft und mich um männlichen Rat gefragt. Ich habe darauf ziemlich gleichgültig reagiert, wohl, weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte.

Was das Lernen anging, wurde ich ziemlich arbeitswütig und habe manchmal 5 Stunden am Tag, auch am Wochenende und in den Ferien, gelernt. In der Schule habe ich in den Pausen Fremdsprachen gepaukt, mir Fachvokabular aus wissenschaftlichen Mini-Wörterbüchern eingeprägt und lange Listen mit Daten und Ereignissen aus der Geschichte angefertigt. Plötzlich hatte ich die fixe Idee, super intelligent, elitär und abgehoben zu sein. Diese Abgehobenheit kam beim Lernen ganz von selbst und ich war immer wieder überrascht, wie unbeeindruckt Menschen sein können.

Mit einigen Leuten schloss ich Freundschaft, andere haben mich verfolgt und geärgert, manche haben mich genervt und manche wollte einfach nur mit mir diskutieren. Letztlich hatte ich aber einfach das Glück, an die diplomatischsten und angenehmsten Schüler geraten zu sein, die es wohl überhaupt je an dieser Schule gegeben hat.

Ich bin jeden Tag auf meinem Schulweg am alten örtlichen Gymnasium, der Latymer-Schule, vorbeigekommen, das im ganzen Gebiet von Enfield gleich nach der Southgate-Schule die besten Prüfungsergebnisse überhaupt erzielte. Die West Lea-Schule befand sich am anderen Ende der Skala. Jeden Morgen waren also all diese Latymer-Schüler um mich herum, die oft darüber redeten, was sie lernten und die sich gegenseitig abfragten; dann habe ich manchmal selbst Fragen beantwortet, um ihnen zu zeigen, dass es auch an der West Lea-Schule kluge Jungs gab.

Ziemlich bald mussten wir uns auch schon auf unsere Zwischenprüfungen in Mathe, Englisch, Wissenschaft, Hauswirtschaft und Französisch (nur Grundstufe) vorbereiten. Das war alles, was die relativ kleine Schule an Prüfungen anbieten konnte. Dabei wurde ich gleich am Anfang vom Englisch-Prüfungskurs ausgeschlossen. Ich war ziemlich ärgerlich darüber, dass sich für mich nun so begrenzte Möglichkeiten ergeben sollten. Außerdem gab es immer wieder Lehrer, die versuchten, die Situation zu rechtfertigten, oft indem sie erklärten, ich sei nicht intelligent und effizient genug. Das war fast wie ein Test. Die Frage war, wie stark ich wirklich daran glaubte, eine große Bandbreite an Prüfungsfächern schaffen zu können.

Es gab vor allem einen Lehrer, meinen Französischlehrer, der meine Ansprüche unterstützte und der mir half, für das zu kämpfen, an das ich glaubte. Er und ich haben viele Stunde in der Woche damit verbracht, französische Konversation zu üben und er war sicher, dass ich eine Französischprüfung auch auf einer höheren Stufe schaffen könnte als sie von der Schule angeboten wurde.

Ich habe meine Kampf hartnäckig fortgesetzt und mich geweigert, zu akzeptieren, dass ich zu nichts nütze wäre, bis man mir schließlich erlaubte, für ein Jahr Abendkurse an der örtlichen Hochschule zu nehmen. Gleichzeitig bekam ich von der Schule frei, um mich auf das Lernen konzentrieren zu können.

Als ich an der Hochschule anfing, hatte ich bereits die meisten Kurse an der Schule absolviert. Mit den meisten Schülern an den Abendkursen bin ich ganz gut ausgekommen, vielleicht, weil ich mit meinem Fachwissen meine Naivität und Zurückgezogenheit kompensieren konnte. Am Ende des Jahres hatte ich dann fünf Zwischenprüfungen bestanden. In Englisch musste ich sie im nächsten Jahr wiederholen.

Während meiner Zeit an der West Lea-Schule war ich ein ziemlich ungewöhnlicher Schüler. Ich war fest davon überzeugt, clever und hoch intelligent zu sein, gleichzeitig aber hatte ich überhaupt kein Gefühl vor soziale Zwischentöne oder für die Folgen dessen, was ich sagte und tat. Wenn ich in der Kantine in der Schlange stand und Leute fragten, ob sie sich vor mich anstellten dürften, habe ich sie gelassen. Manchmal haben mich so zwölf Leute überholt.

Immer, wenn ich mit Aggressionen konfrontiert war, habe ich mich gefragt: “Wäre es nicht schön, wenn die Leute freundlich zueinander sein könnten statt sich gegenseitig zu beleidigen?” Aber eine so einfache Denkweise scheint für die meisten Menschen zu schwer zu begreifen zu sein.

Kapitel 5

In die Oberstufe kam ich als jemand mit völlig reiner Weste und dachte “toll, jetzt habe ich genug Erfahrungen gesammelt und muss mich nicht mehr mit schwierigen Leuten herumschlagen.”

Das war nicht unbedingt arrogant gedacht, es war einfach, was ich damals, mit meiner begrenzten Erfahrung im Umgang mit anderen Menschen, glaubte. In der ersten Woche achtete ich sehr darauf, was ich sagte. Die Probleme kamen aber, als ich versuchte, genauso cool und selbstbewusst wie alle anderen aufzutreten. Im Gemeinschaftsraum der Oberstufe war ein einziges sich aufspielen, rumpöbeln und flirten. Für die meisten dort ging es um “sieh mal, womit ich alles durchkomme.”

Auf der einen Seite kann man sagen, dass ich von lauter schlechten Beispielen umgeben war, aber auf der anderen Seite gibt es immer auch jemanden, der sich vom Rest abhebt, nicht als Opfer, aber sozusagen als eine Art Stellvertreter für alle anderen.

Am Ende habe ich meine reine Weste so sehr beschmutzt, dass ich zugeben muss, dass die Oberstufe für mich ein reines soziales Übungsfeld war. In diesen zwei Jahren habe ich genau dieselbe Zurückweisung und Verfolgung erlebt wie damals in der Grundschule. Dabei war es auch nicht sehr hilfreich, dass ich mir selbst gegenüber nicht zugeben wollte, dass ich eben doch eine Behinderung hatte und ich davon hätte profitieren können, wenn ich mich mit ihr auseinandergesetzt hätte.

Es gab so vieles, was ich einfach nicht verstand. Eine Grundregel bei Gesprächen unter Jugendlichen ist es wohl, dass sie sich gerne über Verbotenes unterhalten. Dazu gehörten Sex, Drogen, Auto fahren, Erwachsenenfilme, Rauchen, Trinken und wilde Parties. Nicht gerade leichte Gesprächsthemen für jemanden wie mich, der noch nie so eine wilde Party erlebt hat und der auch von Joints und Bands wie Prodigy keine Ahnung hatte.

Ich bin dann doch zu der einen oder anderen Party gegangen, nur, um dabei und danach heftige Gefühle des Zurückgewiesenwerdens durchzumachen. Deshalb habe ich damals angefangen, die Pop-Musik überhaupt und vor allem die Hardcore-Richtung mit diesen Gefühlen der Wertlosigkeit und Vergeblichkeit zu verbinden. Mir kam es vor, als wäre der Refrain all dieser Songs: “Marc, das hier ist nicht deine Welt, du hast keine Chance.”

Das Peinlichste, was ich in dieser Zeit erlebt hatte, war wohl, als ich, nachdem mich einige Andere dazu aufgefordert hatten, im Gemeinschaftsraum einen Solo-Tanz versuchte. Ich wollte damit cool und selbstbewusst wirken und wohl auch den Eindruck vermeiden, ich sei stur. Damals war das okay für mich. Außerdem war mir bei all den Komplimenten, die sie mir wegen meines Tanzens zu geben schienen, nicht klar, dass sie mir in Wahrheit feindselig gesonnen waren.

Alles an mir schien mir das Etikett “traurig” zu verpassen, etwas, was ich nun überhaupt nicht sein wollte. Immer, wenn ich dann Leute fragte, warum man mich so behandelte, haben sie wohl entweder gedacht, ich sei blöd und ungeschickt oder aber dass ich meine Fehler sehr genau kennen würde und es bloß nicht zugeben wolle.

Ich kam mir fast wie ein Leprakranker vor und entwickelte beinahe eine Paranoia, wenn es um den Kontakt zu anderen ging, weil ich nie wusste, wie sie reagieren würden. Natürlich gab es auch Leute, die Mitleid mit mir hatten und die sogar versucht haben, mir zu helfen, wenn das ging, aber am Ende haben auch die auf ihren eigenen Ruf geachtet und dazu gehörte in der Regel, dass es besser war, nichts mit mir zu tun zu haben. Daher habe ich es möglichst vermieden, in den Pausen in den Gemeinschaftsraum zu gehen und bin lieber nach unten gegangen, wo ich Klavier spielte, wobei mir manchmal ein paar von den jüngeren Schülern zuhörten. Der Musiklehrer hatte aber manchmal etwas dagegen.

Ich war auch in der Theatergruppe und habe bei zwei Aufführungen mitgemacht. Wenn es darum ging, Texte auswendig zu lernen, war ich immer ziemlich gut. Ich habe mich auch bei schulinternen Wahlen als Kandidat für die Grüne Partei zur Verfügung gestellt und meine aufrichtige Haltung hat mir wohl auch die Stimmen von vielen der ernsthafteren Schüler eingebracht, aber bei der frecheren Mehrheit, die eher an der Bildung von Cliquen und an Fußball interessiert war, kam ich damit nicht an.

Durch meine öffentlichen Auftritte wurde ich bald in der Schule bekannt und wenn man mir auf der Straße begegnete, reichten die Reaktionen von freundlicher Anerkennung bis zu Schimpfwörtern. Trotz all der Ängste, die ich in der Oberstufe durchgemacht habe, habe ich mich um meine Abschlussprüfungen gekümmert und das war es wohl auch, was mich vorm Durchdrehen bewahrt und mir die Hoffnung gegeben hat, die ich brauchte, um diese zwei schlimmen Jahre zu überstehen.

Kapitel 6

Es gab aber auch eine weniger aufdringliche Umgebung in der Welt, eine Nische, in die ich mich immer zurückziehen konnte. Das war die Familienhilfegruppe Kith and Kids, die für mich fast wie eine Familie war. Ich bin in diese Gruppe schon als kleines Kind gekommen und in den letzten sechs Jahren war ich dort regelmäßig als Freiwilliger tätig und dabei immer aktiv und kreativ.

Mit siebzehn habe ich dort schon Musik- und Theater-Workshops geleitet und nach und nach gelernt, mit welchen Aktivitäten und Techniken man die Leute bei Laune halten konnte. Eine ganze Weile brauchte ich dabei noch die Hilfe der Organisatoren und Programmplaner, aber nach und nach bin ich doch unabhängiger und zugleich auch kreativer geworden.

Neulich habe ich ein Projekt gemacht, bei dem eine Gruppe 60 Stück Pappe dekorieren, dabei Fenster und Türen ausschneiden und schließlich alles zu einem Labyrinth zusammenstellen musste. Ich hatte dazu den Grundriss gemacht und mir ein Verfahren zum Aufbau des Labyrinths überlegt und ich habe die Aufgabe der Motivation der Gruppe sehr ernst genommen, denn ich wusste, dass die Begeisterung das Wichtigste überhaupt war. Wir haben das Labyrinth in nur zwei Tagen aufgebaut.

In dieser hochgradig interaktiven Gruppe haben mich die anderen Freiwilligen so akzeptiert wie ich bin. Es ist eine geschützte Umgebung, getrennt von der durchtriebenen und brutalen Welt draußen, in der sie fortbestand. In dieser Gruppe gibt es eine Familie, mit der ich näher bekannt wurde. Sie haben eine autistische Tochter, mit der ich mich ohne Probleme identifizieren konnte. Besonders mochte sie Cartoons.

Kapitel 7

Als ich dann an der Universität anfing, habe ich wieder geglaubt, dass ich nun endlich genug Erfahrung hätte, um ohne allzu viele Probleme durchzukommen. Die oberen zehn Prozent der intelligenten und moralisch bewussten Menschen wissen verdammt genau, wie sie frech sein können, wenn sie wollen.

Was meinen eigenen Uni-Lehrgang anging, waren die Dinge im Wesentlichen okay, auch wenn ich sicher war, mindestens fünf Stunden am Tag lernen zu müssen, wenn ich bestehen wollte. Zugleich wollte ich nicht, dass meine Mitbewohner in der WG den Eindruck bekamen, dass ich arbeitswütig sei.

Das soziale Leben nahm ich genauso ernst wie meinen Lehrgang, aber leider war die zwischenmenschliche Chemie für mich schwieriger zu verstehen als die Chemie biomolekularer Kräfte bei der enzymatischen Kinetik.

Es schien, dass alles, was ich tat, verkehrt war oder dass zumindest irgendjemand den Nerv hatte, es als verkehrt darzustellen. Besonders für einen Kerl wurde ich zu so etwas wie seinem Lieblingshassobjekt, der alles, was ich tat, heruntermachte und nur mit mir sprach, um mir zu sagen, ich möge doch ausziehen. Im Nachhinein betrachtet wäre das wohl eine gute Idee gewesen, sobald wie möglich wegzuziehen, aber damals habe ich nur als eine weitere Konfrontation gesehen.

An einem Wochenende bin ich zu meinen Eltern gefahren, ohne jemandem Bescheid zu sagen. Als ich zurück kam, taten die anderen so, als sei nichts weiter gewesen, aber später fand ich heraus, dass sie sich in meiner Abwesenheit wirklich Sorgen um mich gemacht und geglaubt haben, dass ich mich in mein Zimmer eingeschlossen hätte, um wieder einmal vor der Welt zu flüchten. Nach allem, wie sie mich sonst behandelt hatten, war ich doch sehr überrascht, dass sie sich tatsächlich um mich gesorgt hatten.

Im ersten Jahr an der Universität habe ich an verschiedenen Gemeinschaften teilgenommen, darunter “HARM”, die “heavy metal hard rock society”. Dafür habe ich mir eine teure Lederjacke besorgt, um dem Bild zu entsprechen, das ich von mir geben wollte, aber bei irgendeiner Wohnungseinweihungs-Party ist sie verloren gegangen und nie wieder aufgetaucht.

Dann habe ich mit dem Rauchen angefangen, auch wieder um dem Bild zu entsprechen. Ich habe auch jeden Tag 20 Raucherstäbchen in meinem Schlafzimmer angesteckt, was manche ziemlich genervt hat. Tatsächlich wusste ich nicht wirklich, ob ich mich zu den Hippies oder den Heavy Metal-Fans zählen sollte. Außerdem brauchte ich ziemlich lange, um herauszufinden, wo die entsprechenden Clubs und Discos waren.

In dem Jahr schienen für mich auch die üblichen sozialen Regeln durcheinander zu geraten. Etwa die Art und Weise, wie Menschen sich in einer Hierarchie organisieren; oder die Regeln der sozialen Interaktion und Höflichkeit, die in Wahrheit für Männer andere sind als für Frauen; oder, dass manche Kerle gerne übertreiben, wenn es darum geht, wie viel Bier sie in einer Nacht vertragen, sodass es sich anhört, als sei es völlig normal, wenn man sich in der Öffentlichkeit zu einem besoffenen Dummkopf macht.

Also habe ich für mich beschlossen, nicht länger cool sein zu wollen. Stattdessen folgte ich dem Rat, den mir einige Leute immer schon gegeben hatten, nämlich ICH SELBST zu sein.

Daraufhin bin ich ins Wohnzimmer immer nur in einem einfachen Pullover und in Jeans gegangen, und wenn ich redete, war ich dabei einfach offen und ehrlich. Ich weiß nicht genau, was das für einen Eindruck auf die anderen Leute gemacht hat, aber in meinem zweiten Jahr an der Uni haben sie mir manchmal gesagt, ich sei zu authentisch und es wäre doch besser, manchmal eine Maske aufzusetzen. Egal, was ich tat, es war falsch.

Am Ende des ersten Jahres habe ich den anderen die Wahrheit gesagt, die hinter meinem merkwürdigen Verhalten steckte. Von einem der Mitbewohner habe ich dann herausgefunden, dass die anderen insgeheim daran dachten, sich eine andere Wohnung ohne mich zu suchen, wo sie im zweiten Jahr leben wollten. Das war dann für mich Anlass, selbst auszuziehen und mich nach einer eigenen Unterkunft umzuschauen.

Überraschenderweise war es genau der Mitbewohner, der sich sonst mir gegenüber am feindseligsten gezeigt hat, durch den ich die Leute kennen lernte, bei denen ich im zweiten Jahr wohnte. Vielleicht wollte er so sein schlechtes Gewissen mir gegenüber beruhigen. Aber es ist schon komisch, wie oft das Leben so ironisch spielt.

Kapitel 8

Während meines zweiten Jahres an der Universität wohnte ich bei völlig anderen Leuten. Unter ihnen war Nick, der das Leben sehr leicht nahm, ein echter Rock'n'Roll-Rebell, der besonderes Talent darin zu haben schien, Frauen aus den Discos mit nach Hause zu bringen. Er hatte sich von seinen Mitbewohnern aus dem ersten Jahr aus verschiedenen Gründen getrennt, unter anderem wegen unterschiedlichen Lebenseinstellungen. Ich entwickelte eine leichte Paranoia angesichts seiner manchmal etwas brutalen Witze über soziale Außenseiter, habe aber dann begriffen, dass er sie nicht böse meint, sondern einfach als eine effektive Art, Druck abzubauen und eine der verrückten Ironien des Lebens.

Bald wurden wir die besten Freunde und lebten vom Rest der Welt ziemlich isoliert, jeden Abend vor dem Fernseher sitzend und Blödsinn redend. Wir waren wohl Freunde, zugleich aber auch völlig gegensätzlich.

Die anderen drei Studenten, mit denen wir zusammen lebten, gehörten zu größeren Gruppen. Sie haben mich und Nick weitgehend in Ruhe gelassen. Eins gab es aber, wo sie sich besonders gut auszukennen schienen und das war Acid. Wahrscheinlich war das überhaupt das einzige Thema, über das wir alle gemeinsam miteinander reden konnten. Ich war neugierig und habe gefragt und sie haben mir alles darüber erzählt und mir dabei, wohl ohne es zu wollen, Sachen erzählt, die mir den Geschmack an der Idee ganz verleideten.

Wenn Nick genug Geld übrig hatte, gingen wir in den örtlichen Rock-Club und verbrachten die Nacht damit, zu trinken, zu rauchen, zu tanzen und darauf zu hoffen, dass uns ein seelenverwandter Mensch des anderen Geschlechts über den Weg läuft. Nick war in diesen Dingen deutlich besser als ich und ich habe zwei Jahre gebraucht, um für mich zu akzeptieren, dass ich wohl mehr ein denkender und analysierender Mensch bin als einer, der mit Charme bezaubern kann.

In den etwas heruntergekommeneren Vierteln von Manchester sind Drogen alltäglich und in jenem Jahr lernte ich Haschisch kennen. Damit hatten wir dann die Zeit totgeschlagen, während wir vor dem Fernseher saßen.

Ich reagierte auf Haschisch wohl heftiger als die meisten Menschen. Ich erlebte eine Ausdehnung der Zeit, ein verzerrtes Bewusstsein, eine verschärfte Wahrnehmung für Geräusche, Formen und Sinnestäuschungen. Manchmal waren auch härtere Drogen mit dabei, sodass sich halluzinogene Wirkungen ergaben. Diese Erlebnisse waren für mich so faszinierend, dass ich rumgehen und den Leuten das erzählen musste. Wenn ich dann wieder zurück in der Wohnung war und meine Mitbewohner von meinen Indiskretionen erfuhren, baten sie mich, darüber mehr Stillschweigen zu bewahren.

Das Haschisch hatte eine tief greifende Wirkung darauf, wie ich das Leben sehe. Es hat mein Interesse auf ziemlich tiefgründige philosophische Ideen gelenkt, die sich mit unserer Existenz als Individuen im physischen Universum beschäftigten. Ob diese neuen Perspektiven meine Lebenstüchtigkeit verbessert haben, weiß ich nicht, aber ich bedaure nicht, sie erlebt zu haben.

In meinem zweiten Jahr war ich nicht völlig faul. Ich habe sogar zweimal die Woche einen Berater-Kurs bei Nightline. Das hat mir bei meinen Hörfähigkeiten sehr geholfen und wenn ich Rollenspiele mitgemacht habe, schienen die Leute von mir beeindruckt gewesen zu sein. Worauf ich aber nicht vorbereitet war, war, dass ich durch die Vorprüfung des Kurses fiel.

Vielleicht gehöre ich einfach nicht zu der richtigen Sorte Mensch, die für so was nötig ist. Vielleicht konnte ich einfach niemanden beraten, wenn ich zugleich unter dem Druck von Richtlinien und Anweisungen stehe, die mir vorschreiben, was ich sagen darf und was nicht. Ich habe mich später entschlossen, diesen Kurs noch einmal im dritten Jahr zu versuchen, aber auch dann habe ich es nicht geschafft. Zu der Zeit habe ich wohl akzeptiert, dass ich das, was sie von mir verlangten, nämlich Intuition, nicht besaß.

Das dritte Jahr verlief insgesamt recht gut. Meine Mitbewohner haben mich die meiste Zeit akzeptiert. Sie haben aber auch keine Ausnahmen für mich zugelassen, damit ich genauso behandelt würde, wie alle anderen in der Wohnung auch.

Wir sieben haben uns immer wieder mit manchmal subtilen, manchmal heftigen Witzen gegenseitig auf den Arm genommen. Es waren vielleicht die diplomatischsten und reifsten Typen, mit denen ich je zusammen war und sie schienen instinktiv immer das richtige Gleichgewicht zwischen Höflichkeit und Selbstverteidigung. Deshalb war es für mich gut, mit ihnen gelebt zu haben.

Indem ich die Menschen analysierte, begriff ich schließlich, warum die Menschen sich lieber gegenseitig beleidigten statt freundlich zueinander zu sein. So gibt und bekommt man einfach auf witzige und Zeit sparende Art konstruktive Kritik und man kann Spannungen und Hindernisse, die durch übertriebene Höflichkeit entstehen, abbauen.

Kapitel 9

Nachdem ich im Leben bis dahin nicht viel rumgekommen und auch nie mit dem Flugzeug geflogen bin, dachte ich, es wäre eine geniale Idee, einmal sozusagen ins kalte Wasser zu springen und dorthin zu reisen, wo es so verschieden von zu Hause wie nur irgend möglich war. Aus irgendeinem Grund entschied ich mich für Afrika.

Ich ging ins Reisebüro und buchte eilig eine Safari. Dann habe ich mich vor allem mit den offiziellen Details, wie Pässen, Impfungen, Reiseschecks, etcetera beschäftigt, sodass mir kaum Zeit blieb, mich zu fragen, ob so eine Safari in Afrika überhaupt der richtige Urlaub für mich wäre. Ich freute mich vor allem darauf, mit den Einheimischen dort zusammenzukommen und ihre Lebensweise kennen zu lernen und dachte weniger an die Tiere oder die landschaftlichen Sehenswürdigkeiten.

Der Flug nach Kenia und die ersten zwei tage waren absolut faszinierend. Ich war erstaunt darüber, wie freundlich und zuvorkommend die Leute waren und dass alle Kleinbusse dort kaputter Windschutzscheiben und Löcher in den Türen zu haben schienen. Auch war ich überrascht, wie unterschiedlich die Bäume aussahen und die Vögel sangen, verglichen mit denen bei uns zu Hause. Schließlich lernte ich auch die Menschen auf der Tour kennen.

Allmählich baute sich eine Spannung zwischen bestimmten Leuten in unserer Gruppe und mir auf und sie schienen sofort eine gewisse Abneigung gegen mich zu entwickeln. Das wurde schlimmer, je länger die Tour dauerte. Ich habe nie herausgefunden, warum die Menschen eigentlich jeweils so auf meine Gegenwart reagierten, wie sie es taten. Vielleicht ist es einfach eine Art Bauchgefühl. Das eigentliche Problem war jedenfalls, dass wir als Gruppe sieben Wochen lang 24 Stunden am Tag zusammenleben mussten.

Es gab genug zu tun und mich in Bewegung zu setzen war eines der Probleme. Das lag nicht daran, dass ich faul war, wie man glauben könnte. Ich war froh, wenn ich etwas erledigen konnte, das man mir aufgetragen hat. Aber das Problem war wohl, dass mich die Leute frühzeitig als unfähig, bestimmte Sachen zu erledigen, angesehen haben, sodass es mir dann sehr schwer fiel, mich bei der Arbeit mit einzuschalten.

Ich habe allerdings nicht groß protestiert und regte mich auch nicht auf, weil ich mich gerade in einer Zen-Phase befand, wobei ich jeden Tag entsprechende Sprichwörter las und meinen Geist von allem Hass und allen negativen Gefühlen reinigen wollte.

Als man dann meine Angebote, zu helfen, ablehnte und mich gleichzeitig als faul beschimpfte, habe ich lieber auf die unverdorbene und offene Art der Einheimischen gehört und ich bin losgezogen und habe mich ihnen vorgestellt. Mein bester Freund auf der Tour war wohl der Fahrer, der selbst Afrikaner war. Die übrigen Leute aus der Gruppe waren alle Westler, die wohl glaubten, dass ich sie alle, indem ich mich umschaute und den Einheimischen sprach, in Gefahr bringen würde.

Ich glaube aber nicht, dass wirklich alle mich hassten. Das war sowieso nie der Fall. Meine Gegner waren immer eher eine Minderheit, die aber die anderen einfach meistens durch ihre Art dominierten. Sie wachten mit Adleraugen auf das Verhalten der anderen, damit die auch ja nicht zu verständnisvoll auf mich reagierten.

Was mich an Afrika am meisten faszinierte, war wohl, wie so viele, und oft so junge, Menschen dort so lange Strecken laufen konnten, ohne Essen und Trinken, die dabei noch schwere Gegenstände auf dem Kopf balancierten und der brütenden Hitze ausgesetzt waren und nicht einmal Schuhe an ihren abgehärteten Füßen trugen. Und das alles taten sie für so wenig Geld. Wir sind einmal als Gruppe in brütender Hitze einen langen Weg einen Hügel hinaufgegangen, zusammen mit rund fünfzig Einheimischen als unseren Trägern. Ich habe meine Erlebnisse dabei nicht mit den anderen Westlern, sondern mit den Trägern geteilt.

Wenn die Leute mir sagen, dass es ja wohl fantastisch gewesen sein müsse, die Gorillas in Zaire zu sehen oder an den mächtigen Victoria-Fällen mit einem Floß zu fahren, während ich mich selbst am liebsten an die Einheimischen erinnere, mit denen ich meist auf Französisch geredet habe – manchmal habe ich es auch mit ein paar Brocken Suaheli versucht -, dann denke ich, dass ich wohl die falschen Sachen genossen haben muss.

Ich habe die Tour zehn Tage vor dem eigentlichen Ende in Simbabwe verlassen, wo ich noch zwei Tage bei einer indischen Familie in der Hauptstadt gewohnt habe, und bin dann schließlich wieder nach Hause geflogen. Mir kam es vor, als sei ich eine Ewigkeit weggewesen.

Kapitel 10

Ein Jahr darauf bin ich dann mit einer Gruppe autistischer Kinder und Erwachsener nach Frankreich aufs Land in die Gegend von Bleneau gefahren. Das war ganz anders als ich es erwartet hatte. Die Kinder litten entweder an schwerem Autismus, an Psychosen, posttraumatischen Störungen oder einer Kombination aus allem. Einige von ihnen reagierten überhaupt nicht auf Disziplin und Autorität und Aggressionen waren ständig ein ernsthaftes Problem.

Wenn dann einmal wenige Aufseher auf viele Kinder kamen, lagen auch bei uns Aufsehern manchmal die Nerven blank, einfach, weil die Belastungen, denen wir ausgesetzt waren, so groß waren.

Die Herberge selbst lag zwar in einer wirklich erholsamen und schönen Gegend, aber innen sah es in dem Haus schlecht bestellt aus. Das verwundert auch nicht, wenn man daran denkt, dass eins der älteren Kinder so ziemlich alles kaputt bekommen hat, was nur kaputt zu bekommen war. Tagsüber gab es auch keinen Platz, wo sich die Kinder einmal hätten ausruhen können und das ärgerte mich auch etwas.

Einige der anstrengenderen und aggressiveren Kinder waren immer hinter mir her, was mich ziemlich aufregte. Aber immer, wenn ich es mit einem Kind mit einfachem, echtem Autismus zu tun hatte, konnte ich mich oft problemlos mit ihm identifizieren.

Mit den anderen Aufsehern kam ich gut aus, die es wohl spannend fanden, mit einem autistischen Engländer zusammenzuarbeiten. Nach und nach aber kümmerte ich mich mehr um die Kinder und hatte weniger Kontakt zu den anderen Aufsehern. Ich entschloss mich, die meiste Zeit des Tages einfach meine Gitarre zu spielen und den Kindern etwas vorzusingen und ihnen zu sagen, wie sie mitsingen konnten statt ihnen zu sagen, sie sollten still sein. Dadurch wurde ich auch im Nachbarhaus bekannt, wo Erwachsene mit weniger starken Lernschwierigkeiten wohnten. Abends bin ich oft zu ihnen rübergegangen, um sie zu unterhalten. Manche von ihnen haben dann so laut gelacht, dass sie fast weinen mussten. Es war einfach das perfekte Publikum und ich war der Meister der autistischen Comedy.

Schließlich gerieten meine Songs immer alberner. Einige der Aufseher sahen mich als etwas verrückt an, während andere, tolerantere mich zum Essen einluden, sodass sie alles über meinen besonderen Ansatz im Umgang mit den Betroffenen erfahren konnten.

Als ich mich schließlich irgendwann fragte, ob ich mich nicht wieder ernsthaft zurückentwickelte, kam ein anderer Freiwilliger zu mir. Er wollte auch gerne rumblödeln und jonglieren und wir wurden die besten Freunde. Er machte mir klar, dass nicht ich es war, der verrückt war, sondern die anderen, die mich nicht verstehen wollten.

Heute bin ich im Bereich Kinderunterhaltung beschäftigt. Das ist schon etwas ziemlich Anderes als Leute mit schweren Lernstörungen zu unterhalten, denn jetzt habe ich es mit einem Publikum zu tun, das auch sehr abweisend reagieren kann, wenn man zu nett ist. Trotzdem kann ich wohl sagen, das von allen Berufen, die für mich in Frage kämen, die Zaubershows mich am glücklichsten machen. Ich kann dabei all meine Fähigkeiten einsetzen und es gibt mir neue Einblicke in das Wesen der Menschen, selbst, wenn es nur auf einer kindlichen Ebene geschieht.

Zu meinem Sozialleben heute gehört der Besuch eines Jongleur-Workshops, aber ich gehe auch zu Abendkursen für Psychologie und mache regelmäßig bei Gruppen mit, die mit autistischen Kindern arbeiten. Um mein Gehalt darüber hinaus aufzubessern, berate ich auch Menschen, die mehr über Autismus herausfinden wollen.

Inzwischen habe ich für mich die soziale Interaktion zu einer Wissenschaft entwickelt. Aber bei all dem vergesse ich nicht, was es bedeutet, unter dem Asperger-Syndrom zu leiden.

 

Verwandte Artikel:

Marc Segar: Überlebensstrategien für Menschen mit Asperger Syndrom

Dinah Murray: Normal und anders

Zurück nach oben