Aufmerksamkeit, Monotropismus und die Diagnosekriterien für Autismus

Dinah Murray, Mike Lesser und Wendy Lawson

Attention, Monotropism and the Diagnostic Criteria for Autism (PDF) by Dinah Murray, Mike Lesser, Wendy Lawson (published in Autism, Vol. 9, No. 2, May 2005)

aus dem Englischen von Rainer Döhle

 

Zusammenfassung

Die Autoren schließen aus einer umfassenden, die autistische Störung betreffenden Literatur, dass atypische Strategien zur Verteilung der Aufmerksamkeit für die Störung von wesentlicher Bedeutung sind. Diese Annahme wird im Kontext der gegenwärtigen Forschung, der Diagnosekriterien für Autismus gemäß DSM IV (APA, 1994) und ICD 10 (WHO, 1992), sowie der persönlichen Erfahrungen von Menschen mit Autismus, darunter einem der Autoren der Arbeit, untersucht. Es wird gezeigt, dass sich die ersten beiden Diagnosekriterien aus der “begrenzten Bandbreite der Interessen” ergibt, auf die im dritten Kriterium hingewiesen wird. Auswirkungen auf die Parxis werden aufgezeigt.

Schlüsselbegriffe: Interesse, Aufmerksamkeitsstrategien, Monotropismus, Affekt, Motivation

Korespondierender Autor:
Dinah K. C. Murray, dinahmurray {ät} beeb.net
Autism and Computing, http://www.autismandcomputing.org.uk/
42 Cheverton Road
London N19 3AZ

Aufmerksamkeit, Monotropismus und die Diagnosekriterien für Autismus

Einleitung

Die Diagnosekriterien für Autismus bilden eine komplizierte Zusammenstellung. Atypische Strategien für die Verteilung der Aufmerksamkeit scheinen aber beiden Zusammenstellungen derzeit gebräuchlicher Diagnosekriterien, d.h. derjenigen, die im DSM IV und im ICD 10 enthalten sind, zugrunde liegen. Wir sagen, dass Aufmerksamkeit ebenfalls den Mustern der subjektiven Erfahrung, die von Menschen auf dem autistischen Spektrum berichtet werden (zum Beispiel Blackburn, 2000; Grandin, 1995; Lawson, 1998; Williams, 1994), zugunde liegt. Es gibt sehr deutliche Hinweise darauf, dass atypische Muster der Aufmerksamkeit ein Merkmal des Autismus sind (vgl.für einen Überblick Goldstein et al., 2001).Wir sagen, dass die "begrenzte Bandbreite der Interessen", die im dritten Teil beider Zusammenstellungen der Diagnosekriterien erwähnt wird und die wir Monotropismus nennen (Murray, 1992) (DSM IV und ISD 10), von zentraler Bedeutung für die autistische Störung darstellt.

Ansatz

Wir versuchen nicht, neue Fakten über den Autismus aufzustellen, stattdessen versuchen wir zu interpretieren, was bereits darüber bekannt ist. Unsere Methode ist es, die bekannten Daten in ein konzeptuelles Modell zu integrieren, dessen Ergebnisse Informationen für die Praxis bereitstellt.

Hypothese

Zu jedem bestimmten Zeitpunkt ist die Menge an Aufmerksamkeit, die einem bewusst wahrnehmenden Menschen zur Verfügung steht, begrenzt. Diese begrenzte Verfügbarkeit der Aufmerksamkeit spielt eine entscheidende Rolle im Alltagsleben. Die Annahme, dass die Aufmerksamkeit quantitativ begrenzt ist, wird besonders durch das begrenzte Angebot an Stoffwechselprodukten im Gehirn gestützt. Dies ergibt sich implizit aus dem in der gesamten experimentellen Psychologie verwendeten Konzept der Aufgabenanforderung. Die Autoren erklären, dass der Wettbewerb zwischen mentalen Prozessen um die knappe Aufmerksamkeit ein wichtiger Faktor bei der Formung des kognitiven Prozesses ist.

Es ist allgemein anerkannt, dass Fokus (Konzentration) ein Merkmal der Aufmerksamkeit ist. Dieses optische Bild kann aber auch ausgedehnt werden, sodass es die Aufmerksamkeitsspanne zwischen einem diffusen Licht auf der einen Seite und dem gebündelten Strahl einer Taschenlampe auf der anderen Seite umfasst. Das heißt, dass Aufmerksamkeit entweder auf viele Interessengebiete verteilt oder auf wenige Interessensgebiete konzentriert auftreten kann.

Die Autoren schlagen vor, dass die Strategien, die zur Verteilung der Aufmerksamkeit angewandt werden, der Normalverteilung entsprechen und weitgehend genetisch bestimmt sind.

Wir schlagen vor, dass über die Autismus-Diagnose jene wenigen Personen ausgewählt werden, die sich am extremen Ende mit tiefem bzw. engen Fokus dieser Verteilung der Strategien befinden. Außerdem nehmen die Autoren an, dass soziale Interaktionen, der Gebrauch der Sprache und der Wechsel des Objekts der Aufmerksamkeit alles Aufgaben sind, die eine breit verteilte Aufmerksamkeit erfordern. Daher werden diese Aktivitäten behindert, wenn die verfügbare Aufmerksamkeit auf wenige erregende Interessensgebiete kanalisiert wird.

Unsere Hypothese besagt, dass der Unterschied zwischen autistischen und nicht-autistischen Menschen ein Unterschied bei den Strategien ist, die bei der Verteilung der knappen Aufmerksamkeit angewendet werden. Das heißt, es ist der Unterschied zwischen dem Vorhandensein weniger hoch-erregender Interessen, also der monotropischen Tendenz, und dem Vorhandensein vieler, nicht so hoch-erregender Interessen, also der polytropischen Tendenz. Ein erregendes Interesse ist ein Interesse, das mit Gefühlen aufgeladen ist. Wir benutzen den Begriff "Interesse" weitgehend so, wie es auch im gewöhnlichen Sprachgebrauch geschieht.

Monotropismus und andere Versuche, Autismus zu erklären

Drei "kognitive Erklärungen" des Autismus sind in den letzten Jahren intensiv untersucht worden. Hier eine Zusammenfassung dieser Erklärungen durch Russell (2001, S. 295).:

"...das wesentliche kognitive Defizit beim Autismus ist der Mangel (oder die verzögerte oder abweichende Entwicklung) eines angeborenen besonderen "Moduls" zur Konzeptualisierung mentaler Zustände, dem Mechanismus der so genannten "Theory of Mind" ... [oder es ist] eine Störung bei der Integration von Elementen zu einem Ganzen (Theorie der schwachen Zentralkohärenz) [oder] eine Störung bei den ausübenden Funktionen (Theorie der exekutiven Dysfunktion)."

Von diesen Theorien ist die "Theorie der schwachen Zentralkohärenz" unserer Theorie am nächsten. Dieser Ansatz hat zu einer Reihe von Untersuchungen geführt, die die Ansicht unterstützen, wonach eine "Schwäche" bei der Integration von Dingen gleichbedeutend mit Stärken auf anderen Gebieten ist (vgl. Garner & Hamilton, 2001; Mottron & Burack, 2001; Happé, 1999; Plaisted et al, 1998; Shah & Frith, 1993). Diese positiven Ergebnisse haben tendenziell dazu geführt, die Beschreibung der theoretischen Haltung zur weniger negativen "Detailfokussiertheit" (Happé, 1999) zu verändern, wobei die "lokale" gegenüber der "globalen" Wahrnehmungsverarbeitung betont wird. Forschungsergebnisse, die Erklärungen nach Art der "Zatralkohärenz" favorisieren, bei der das Zusammenziehen der Information als Kernproblem angesehen wird, werden im allgemeinen ebenso gut durch Monotropismus in einem Interesse-Modell des Verstandes erklärt. In einer Reihe von Untersuchungen, etwa jene von Mottron et al. (1998) und von Plaisted et al (1999), wurde allerdings herausgefunden, dass die lokale Wahrnehmungsverarbeitung nicht notwendigerweise einen Vorrang vor der globalen genießt und dass es keine Probleme bei der Integration von Informationen gibt, wenn dieser die Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Aufmerksamkeit ist jene Ressource, um die ein Wettbewerb im Rahmen der Aufgabenanforderung besteht, wobei Aufgabe ein umgesetztes Interesse darstellt.

Um eine Aufgabe (als Aufgabe) auszuführen, muss ein Individuum

  • den Zweck der Aufgabe erkennen, also das Ziel verstehen,

  • den Zweck der Aufgabe wertschätzen, also davon motiviert sein,
  • erkennen, wie die Aufgabe durchzuführen ist, also genau verstehen, um was für eine Aufgabe es sich handelt und welche Schritte erforderlich sind, um sie auszuführen.
  • wissen, wie die erkannten Schritte umzusetzen sind.

    Monotropische Menschen werden mit jedem dieser Punkte Probleme haben: es ist wichtig, sicherzustellen, dass jeder Test mit Menschen, die eine Störung auf dem autistischen Spektrum haben, diesen Anforderungen entspricht, da er sonst nicht das misst, was er messen soll (vgl. zu einer entsprechenden Diskussion dieser Problematik Bara et al, 2001). Soweit die genannten Kriterien erfüllt sind, ergibt sich aus der Hypothese der begrenzten Aufmerksamkeit, dass ein monotropischer Fokus bedeutet, dass sowohl die Aufgabe möglichst gut ausgeführt wird, als auch, dass möglichst wenig Aufmerksamkeit auf Informationen für alle anderen Aufgaben gewidmet wird.

    Temple Grandin (1986), die auf Autismus diagnostiziert ist, erzählt uns, dass sie als Kind "besonders mit der Bewegung sich drehender Münzen oder Verschlüsse beschäftigt war; ich habe nichts anderes mehr gehört oder gesehen. Die Leute um mich herum waren wie durchsichtig. Und kein Geräusch störte meine Konzentration. Es war, als wäre ich taub gewesen. Nicht einmal ein plötzliches lautes Geräusch konnte mich aus meiner Welt herausreißen" (Grandin und Scariano, 1986, S.20). Auch einige von Kanners (1943) Fallstudien aus seinen Seminaren enthalten ähnliche Beschreibungen aus Sicht der Beobachter und es wird regelmäßig die Befriedigung oder gar die Begeisterung beschrieben, die das Erreichen selbst gestellter Aufgaben begleitet. Zum Beispiel wird beschrieben, dass ein Kind "immer lebhaft mit etwas beschäftigt und hoch zufrieden ist, bis jemand nachdrücklich versucht, ihn bei seinen selbst gewählten Aktionen zu stören" (Kanner, 1943, S. 227). Die Intensität der Gefühle, die viele dieser Kinder fühlen, ist ein auffallendes Merkmal in Kanners Bericht: das Problem der Betroffenen besteht im affektiven Kontakt, nicht in den Affekten an sich. Dieses intensive sich beschäftigen spiegelt sich auch in einem weiteren wiederkehrenden Merkmal bei Kanner-Fällen wider: bei mehreren Fällen wird berichtet, dass sie Fehlschläge schlecht ertragen. Wing (1996, S. 131) formuliert es so: "Viele Kinder mit Autismus sind extrem verzweifelt, wenn sie Fehlschläge erleben und sie hassen es, korrigiert zu werden, wenn sie einen Fehler machen" [S. 131, 1996]. Diese Kinder neigen dazu, sich sehr stark auf die Aufgabe zu konzentrieren, auch wenn diese Aufgaben sich von normalen Aufgaben unterscheiden.

    Plaisted (2001) argumentiert, dass "enger gefasste Konzepte und klarere Kategoriegrenzen ... die Wahrscheinlichkeit der Aktivierung durch assoziatives Hervorrufen von Konzepten zu reduzieren, die dazu führen, dass die jeweilige Vielfalt der Reize sinnvoll erkannt werden kann" (Plaisted 2001, S. 166). Wir betrachten dies als die entscheidenden Merkmale des Monotropismus, wollen aber betonen, dass diese engeren Konzepte in hohem Maß mit Gefühlen aufgeladen sind: Personen auf dem autistischem Spektrum neigen dazu, entweder leidenschaftlich oder überhaupt nicht an etwas interessiert zu sein. Unserem Modell zufolge ist eine logische Folge dieser engen Aufmerksamkeit ein genereller Mangel an allgemein strukturierter Voraussicht: es handelt sich um Menschen, die in einer Welt leben, in der plötzliche Erlebnisse immer wieder vorkommen. Der Autist Ros Blackburn, der über Autismus aus der Sicht eines Betroffenen spricht, beschreibt es so, dass dies vergleichbar sei mit einem Luftballon, der hinter einem explodiert. Außerdem werden die wenigen Interessensgebiete, die bestehen, durch Informationen gebildet, die starke und bestimmte Erwartungen schaffen, die, wenn sie gestört werden, dazu neigen, akute Verzweiflung auslösen. Diese starken und bestimmten Erwartungen, die mit solcher Mühe erworben worden sind, sind aller Wahrscheinlichkeit nach nur schwer abzuschalten. Was man manchmal als "top down processing" (Verarbeitung von oben nach unten) (Engel et al, 2001) bezeichnet, also, dass vorrangige Informationen zur Interpretation der gegenwärtigen Situation genutzt werden, wird beim Monotropismus sehr stark behindert, da die Interpretation auf die Information beschränkt ist, die in Verbindung mit der (gemäß der Kriterien) engen Bandbreite der Interessensgebiete gesammelt wurden. Es ist nicht so, dass die "top-down-Verarbeitung" nicht bevorzugt würde, sie neigt nur dazu, idiosynkratisch zu sein und sich Korrekturen zu widersetzen. Russel, 2002, beschreibt zum Beispiel die Schwierigkeiten, die Personen auf dem autistischen Spektrum oft mit Experimenten haben, bei denen sie gebeten werden, ihre hart erarbeitete Technik zur Erfassung von Sachverhalten zu Gunsten eines indirekten Verfahrens aufzugeben (Mari et al, 2003), was ihnen sehr schwerfällt.

    Aus unserer Sicht gibt es daher keinen Grund, eine Vorliebe für "lokale" statt für "globale" Verfahren oder für Details statt für das Ganze zu erwarten, vielmehr besteht eine Tendenz zu Überaufmerksamkeit innerhalb des Aufmerksamkeitstunnels und ein genereller Mangel an Erwartung d.h. eine Unteraufmerksamkeit außerhalb dieses Tunnels. Das Muster ungewöhnlicher sensorischer Reaktionen bei Menschen auf dem autistischen Spektrum, dass Bogdashina (2003), der dabei Asperger (1944) folgt, als eine Tendenz entweder zu Über- oder Unterempfindlichkeit zusammenfasst, spiegelt dies wider. Der allgemeine Mangel an Vorbereitetsein beinhaltet vor allem die gemeinsamen Erwartungen, die die typische Aufmerksamkeit untermauern. Konzepte darüber, was anderen Menschen als Gestalt gilt, können fehlen. Als Folge davon können diese "klaren Kategoriegrenzen", die Plaisted identifiziert, in hohem Maße idiosynkratisch sein und sie müssen nicht mit den Grenzen übereinstimmen, die durch eine gemeinsame Sprache festgelegt werden. Dies wiederum kann zur Folge haben, dass die quasi automatische Folgerung, die die strukturierten aufeinander bezogenen semantischen Kategorien der Sprache möglich machen, nicht auftreten. Wie Jordan (1990, S. 165) beobachtet hat, neigt der Mensch mit Autismus dazu, "ein Phänomenologe zu sein, der versucht, das zu begreifen, was er sieht, hört, fühlt, riecht, statt das, was aus diesen Empfindungen abgeleitet oder schlussgefolgert werden kann." Die autistische Autorin Donna Williams, die über Autismus aus der Sicht einer Betroffenen schreibt, hat sich mit diesen Themen beschäftigt und postuliert, dass die Auswirkungen, Störungen und Beschreibungen ein Sprachsystem verwenden, dass die meisten Menschen von der Welt distanziert, die sie auf der sensorischen Ebene erleben. "Die wahrnehmende Person kümmert sich vielleicht nicht um Bedeutung,. Zweck oder Funktion von Menschen, Lebewesen oder Dingen" (1998, S. 105). Sie sind Teil eines Enkulturationsprozesses, durch den den Menschen ähnliche Verhaltensweisen beigebracht werden und den Menschen auf dem autistischen Spektrum nicht mitmachen. Jordan et al (1999, S. 29) formulieren es so: "Menschen mit Autismus unterscheiden sich untereinander mehr als andere, weil es ihnen an Sozialisation in eine gemeinsame Kultur fehlt."

    Bryson et al (1997) betonen in ihrem Überblick über den Ansatz der exekutiven Funktion die große Variabilität der Ergebnisse bei der Forschung mit Menschen auf dem autistischen Spektrum, sowohl innerhalb einzelner Untersuchungsergebnisse als auch zwischen den Untersuchungen. Diese Variabilität trägt zu dem Problem bei, ein klares Bild der Unterschiede im autistischen Spektrum zu entwickeln und manchmal lässt sie Forscher ratlos oder verblüfft zurück. Wir betrachten diese große Variabilität als ein Ergebnis der Kombination von Menschen auf dem autistischen Spektrum, die von Natur aus nur wenige, eng begrenzte Interessen haben, wobei diese Interessen in den Jahren der Kindheit und Jugend nicht das Interesse an der Teilnahme an der sozialen Welt umfassen. Wir schlagen vor, dass das unebene Fähigkeitenprofil beim Autismus davon abhängt, welche Interessen monotropisch sozusagen im höchsten Gang gefahren werden und welche ohne Reize durch irgendeine gefühlte Erfahrung bleiben. Wir erwarten diese Unebenheit des Profils bei jedem Gebiet und wären überrascht, wenn wir gleichartige Züge unter der Bevölkerung mit Unterschieden auf dem autistischen Spektrum finden würden, abgesehen von jenen Unterschieden, die dem Monotropismus eigen sind. Das bedeutet, dass wir eine starke und stabile Vorliebe für eine enge Bandbreite an Attraktoren und für Lern- und Denkstrategien erwarten, die nicht von der simultanen Erregung einer Reihe bestimmter Interessen abhängen, etwa Vergleichen, Metaphern, Kontextualisierung und soziale Motivierung. Wir sagen auch Schwierigkeiten mit wechselnden kognitiven Sets voraus, außer dort, wo das Ziel zufällig ein starker Attraktor für die jeweilige Person darstellt, das heißt, wo es eines der wenigen vorrangigen Interessen dieser Person anspricht. Monotropische Menschen werden davon profitieren, wenn man ihnen mehr Zeit gibt, sich auf ihr Set an wechselnden Problemen anzupassen.

    Probleme mit wechselnden kognitiven Sets sind eines der am besten dokumentierten Ergebnisse in der Autismus-Forschung; Bryson et al (1997, S. 254) erklärt in seinem Überblick: "Die Fähigkeit, sich schnell und genau zu orientieren und der Wechsel der Aufmerksamkei erfordern offenbar besondere Anstrengung" (vgl. auch Courchesne et al, 1994; Ozonoff et al, 1994; Hughes und Russell, 1993; Lovaas et al, 1971). Es ist das ein "exekutives Funktionsdefizit", das die Forschung immer wieder bestätigt. Wir sehen darin eine Folge eines extremen Aufgabenfokus und auch Bryson et al (1997) zitieren Ergebnisse, wonach, "wenn es etwas gibt, in dem Menschen auf dem autistischen Spektrum besser sind, dann im Beibehalten eines bestimmten Sets."

    Wir sehen auch Probleme mit wechselnden Sets in Bezug auf die Argumente, die Plaisted (2002) zur "Reduktion der assoziativen Hervorrunfung", die die "Generativität" reduziert, aufwirft.

    Das generelle Problem, "steckenzubleiben", nicht in der Lage zu sein, spontan weiterzudenken, ist eine Folge hiervon. Es scheint, dass nur, wenn ein aktuelles Interesse im Spiel ist, Menschen auf dem autistischen Spektrum wissen, was sie tun müssen; daher rühren auch die Schwierigkeiten im Umgang mit Freizeit, von denen bei Autismus so oft berichtet wird.

    Brock et al (2002, S. 220)bemerken, ebenso wie wir, die Bandbreite der Unterschiede der autistischen Wahrnehmungsverarbeitung, was man dem Mangel an spontaner kognitiver Aktivität zuschreiben kann. Sie schlagen vor, dass der "Zusammenbruch bei der Integration durch Defizite bei der temporären Verbindung zwischen lokalen [neuronalen] Netzen verursacht wird."

    Unser eigener Vorschlag betrifft die Kognition: Wir wissen nicht, inwieweit er für neuronale Aktivitäten relevant ist. Wir glauben, dass eine verminderte Aufmerksamkeit der Schlüssel zur fehlenden simultanen Aktivität ist und weniger der Mangel an Synchronisation an sich. Aus der Perspektive der monotropischen Kognition besteht offenbar keine Notwendigkeit, einen zusätzlichen "temporären Bindungs-"mechanismus anzunehmen. Wir postulieren dagegen einen potenziellen langfristigen Anstieg der Verbindungen zwischen isolierten Interessen und weniger deren unvermeidliche Isolierung. Brock et al (2002, S. 212) schlagen ebenfalls vor, dass bei "eingeschränkten ("low-functioning") Personen das Defizit dauerhaft sein wird und die Integration selbt benachbarter Gehirnregionen beeinflusst" - wir nehmen an, dass die Auswirkungen des Monotropismus in ähnlicher Weise variieren.

    Das Monotropismus-Modell geht davon aus, dass die Ko-Aktivierung bestimmter Interessen unwahrscheinlich, wenn nicht gar unmöglich ist: verschiedene umfassende Quantitäen der Aufmerksamkeit können bei jedem Menschen zu unterschiedlichen Zeiten auftreten. Wenn das Verstehen und die Motivitation gerade gegeben sind, ist sogar der offenbar am stärksten eingeschränkte autistische Mensch in der Lage, etwas überraschend gut auszuführen, auch wenn das, was er tut, vielleicht außerhalb der Grenzen dessen liegt, was sozial akzeptabel ist. Wenn höhere Ebenen der Aufmerksamkeit zur Verfügung stehen, etwa, wenn eine besonders hohe Motivation besteht, und wenn eine größere Anzahl an Interessen ins Spiel kommen, können Verbindungen neu geschaffen oder verstärkt werden. Daher glauben wir nicht, dass es angemessen ist, bei der Diskussion des Potenzials von Menschen auf dem autistischen Spektrum so zu tun, als seien sie "unfähig", dieses oder jenes zu tun. Wir glauben vielmehr, dass es genauer ist, davon zu sprechen, dass diese Menschen Schwierigkeiten mit diesem oder jenem haben, statt dass sie dazu überhaupt nicht in der Lage wären. Wir glauben, dass die Wurzel der sozialen Probleme, die manchmal als das Kernproblem des Autismus gesehen werden, wahrscheinlich eine Frage der Aufmerksamkeit ist und wir sind sicher, dass diese Probleme dadurch verschlimmert werden, dass der Monotropismus so tief reicht.

    Für einen tiefer gehenden Überblick über psychologische Theorien zum Autismus, der die Komplexität der Themen rund um Selbst- und Fremdbewusstsein beleuchtet, vgl. Jordan (1999), sowie Hobson (1990) und Lee und Hobson (1998). Probleme beim Verständnis des sozialen Prozesses und dabei, andere Menschen als Wesen mit eigenen Gedanken und Hoffnungen zu erkennen, wurden eine Zeit lang durch die Vorstellung erklärt, dass es "ein Modul, das für die Theory of Mind zuständig" sei, gäbe, das beim Autismus fehle, während die übrigen kognitiven Fähigkeiten intakt blieben (Baron Cohen et al, 1985). Allerdings unterstützen verschiedene Forschungsergebnisse (zum Beispiel Roeyers et al, 2001; Dahlgren und Trillingsgaard, 1996; Bowler, 1992) die Ansicht, dass, wenn Aufgaben zur Theory of Mind von Befragten mit Autismus voll verstanden werden, es keine Probleme dabei gibt, diese auch auszuführen, dass aber die Anforderungen der Aufgaben im wirklichen Leben sich als zu groß erweisen (Bara et al, 2001). Eine Vielzahl getrennter Aufgaben muss schnell integriert werden, wobei angepasst auf andere Menschen reagiert wird: "In Situationen des wirklichen Lebens erfolgen viele entscheidende soziale Hinweise äußerst schnell. Wenn diese nicht wahrgenommen werden, kann das dazu führen, dass eine Einschätzung der Bedeutung ganzer Situationen fehlschlägt und so angepasste Reaktionen darauf nicht erfolgen können" (Klin et al, 2003; S. 345). Auch ist klar geworden, dass Fähigkeiten zur Theory of Mind oft mit dem allgemeinen Verständnis zum Leben in einer gemeinsamen Welt sind, wie Dahlgren und Trillingsgaard (1996, S. 762) schlussfolgern; "die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder mit Autismus oder Asperger-Syndrom Aufgaben der Theory of Mind lösen können, steigt mit dem Maß an Intelligenz, verbaler Intelligenz und dem chronologischen Alter."

    Monotropismus und Diagnosekriterien des Autismus

    Wir glauben, dass unser Konzept des Interesses sowohl dem alltäglichen Sprachgebrauch des Begriffes entspricht, als auch dessen Verwendung in den Diagnosekriterien DSM IV (APA, 1994) und ICD 10 (WHO, 1992) (die Nummerierung der Kriterien entspricht der im Original):

    Kriterium 3: Begrenzte, repetitive und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten, wie sie sich in mindestens zwei der folgenden Merkmale zeigen:

    I. ausdauernde Beschäftigung mit einem oder mehrern stereotypen und begrenzten Interessengebieten [DSM IV und ICD 10], die entweder durch Intensität oder Fokus von der Norm abweichen" [nur DSM IV].

    Diskussion

    Wir schlagen vor, dass die begrenzten, repetitiven und stereotypen Verhaltens- und Aktivitätsmuster und die begrenzten Interessen, die in diesem Kriterium beschrieben werden, sich direkt aus der monotropischen Tendenz ergeben. DSM IV (APA, 1994) bestätigt die Ansicht Kanners (1943), dass die Interessen von Menschen auf dem autistischen Spektrum dazu neigen, besonders intensiv oder fokussiert zu sein.

    Es ist, als wäre ich darauf eingestellt, nach Vögeln zu schauen. Wenn ein Vogel an mir, oder über oder vor mir vorbeifliegt, "fängt" er meine Aufmerksamkeit sofort ein. Es ist egal, was sonst noch um mich herum passiert. Ich kann sie stundenlang beobachten und in dieser Zeit befinde ich mich in einem Zustand intensiven Glücks. Manchmal bringt mich diese Intensität zum Weinen.1

    Polytropismus impliziert das Vorhandensein zahlreicher gemeinsam erregter Interessen, die ständig Verbindungen untereinander bilden und verstärken. Monotropismus führt dazu, dass große Gebiete potenzieller Information nicht wahrgenommen werden.

    Ich habe viele der Informationen in meinem Gedächtnis gespeichert und kann sie aufzählen, aber ich kann den Ort der Verbindungen nicht bestimmen, die es mir ermöglichen, sie in abrufbarer Weise zusammenzufügen und mir dadurch ermöglichen, zu handeln.

    Bei Menschen auf dem autistischen Spektrum neigen Interessengebiete dazu, untereinander unverbunden oder auf idiosynkratische Weise verbunden zu sein. Allen und Lesser (1993) machen in ihrer Arbeit Irrtum und Entdeckung in der Evolution zum Thema. Diese idiosynkratische Qualität kann ihnen zufolge der Art oder dem Einzelnen einen wertvollen Vorteil verschaffen. Während es beim Autismus Zeit erfordert, multiple Verbindungen zwischen Interessengebieten aufzubauen, können Verbindungen innerhalb der Interessengebiete, etwa mathematische Berechnungen, spontan erfolgen.

    Ich kann alle Vögel mit ihren verschiedenen Rufen und Gesängen aufzählen, während ich spazieren gehe. Dagegen fällt es mir schwer, etwa die eine Frage zu beantworten, was ich zum Mittag essen möchte.

    Ein monotropisches Interesse ist abgeschlossener als ein typisches Interesse. Typische Interessen fließen ineinander über durch so viele Verbindungen, dass deren einzige stabile Unterscheidungen vor allem kulturell erworben sind. Im Gegensatz dazu sind monotropische Interessen tiefe Becken der Anziehung, in denen sich die Aufmerksamkeit verfängt und die sich in einem immer wiederholten Gedanken bzw. einer immer wiederholten Handlung zeigen. Dann liegt offenbar kein alternativer Attraktor vor.

    Kriterium 3 (Fortsetzung)

    II. offenbar unflexibles Festhalten an spezifische, nicht-funktionale Routinen und Rituale,

    III. stereotype und repetitive motorische Manierismen (z.B. Flattern mit Händen oder Fingern oder Schaukeln oder komplexe Bewegungen mit dem ganzen Körper),

    IV. fortwährende Beschäftigung mit Teilen von Objekten.

    Obwohl so viele von uns ein phänomenales Gedächtnis für Fakten und Zahlen haben, ist dies doch zweitrangig im Vergleich zu unserem Wunsch nach Ordnung. Wenn es um unser persönliches Wohlbefinden geht, sind wir besonders konzentriert auf den Wunsch nach Ordnung, Vertrautheit und Beruhigung. Ich kann zum Beispiel nicht "weitermachen", bevor nicht bestimmte ritualisierte Erwartungen erfüllt sind (Mahlzeiten, Wörter, Ereignisse). Manchmal ist es so, dass ich, obwohl mir bestimmte Dinge gesagt worden sind, ich kein Gefühl für deren Realität mehr habe und sie unbedingt neu erfahren muss. Dann frage ich dieselbe Frage nochmal, um mich dessen zu vergewissern oder aber ich weiß nicht, wie ich das anstellen soll; dann kommt es vor, dass ich einfach in einem dunklen Raum dasitze, stundenlang hin- und herschaukle und mich verängstigt fühle.

    Wiederholte Fehlschläge dabei, die eigenen Erwartungen oder die anderer Leute zu erfüllen (Lawson, 1998), können bei vielen Menschen mit Autismus zu einer erdrückenden, dominierenden Erfahrung werden (Lawson, 2001; Grandin, 1995).

    Für eine Person, die in einem Aufmerksamkeitstunnel steckt, ist jede unerwartete Veränderung abrupt und wird als, wenn auch nur kurzfristige, Katastrophe empfunden - eine komplette Trennung von der bis dahin sicheren Lage, ein Eintauchen in einen sinnlosen Wirbelsturm aus Eindrücken: eine ängstigende Erfahrung, die an einem einzigen Tag viele Male auftreten kann. Nach einem solchen Erlebnis kann es lange Zeit dauern, ehe ein anderes Interesse wieder auftauchen kann. Das erste Anziehungs-Becken, das das Interesse dann wieder an sich zieht, ist in der Regel eine vertraute Handlung, die an die Stelle der Neigung, den fehlgeschlagenen Versuch wiederholen, tritt (Cesaroni und Garber, 1991; Lawson, 2001).

    Mir wurde klar, dass sie wütend auf mich war, aber ich wusste nicht warum. Sofort habe ich meine Finger rhythmisch aneinandergerieben und bin in kleinen Kreisen herumgelaufen, um dadurch zu erreichen, dass die schlechten Gefühle verschwinden.

    Diese vertrauten und beruhigenden Handlungen beinhalten eine Vielzahl jener Verhaltensweisen, die man manchmal "selbststimulierend" nennt, etwa summen, schaukeln, mit Händen flattern.

    Nun können wir die Wirkung des Monotropismus auf die anderen Diagnosekriterien betrachten.

    Kriterium 1

    Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion, wie sie sich in mindestens zwei der folgenden Punkte zeigt:

    I. deutliche Beeinträchtigung beim Gebrauch verschiedener nichtverbaler Verhaltensweisen, etwa Augenkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gesten zur Steuerung sozialer Interaktion,

    II. Unfähigkeit, Beziehungen zu Gleichaltrigen entsprechend dem Entwicklungsstand aufzubauen,

    III. Mangel an spontanen Versuchen, Spaß, Interessen und gemeinsame Leistungen mit anderen zu teilen (zum Beispiel dadurch, dass interessante Objekte anderen Menschen nicht gezeigt, gebracht oder nicht auf sie gedeutet wird),

    IV. Mangel an sozialem der emotionalem reziprokem Verhalten (in der Beschreibung werden folgende Beispiele gegeben: keine aktive Teilnahme an einfachem sozialem Spiel, vorzugsweise Spiel für sich; andere werden nur als Hilfsmittel oder "mechanische" Hilfen mit einbezogen).

    Alle diese "qualitativen Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion" betreffen die Abwesenheit des üblicherweise erworbenen Verhaltens, die eigenen Emotionen und Handlungen mit denen anderer Menschen abzustimmen oder zu koordinieren (Stern, 1985; Jordan, 1999). Im sozialen Miteinander beschäftigen sich Menschen in jedem Moment damit, zu bestimmen, was das jeweilige gemeinsame Interesse ist (Murray, 1986). Monotropische Menschen dagegen lernen oft niemals, wie man daran teilhat und das aus einer Reihe von Gründen. Der Hauptgrund ist die lückenhafte und nur teilweise Aufmerksamkeit, die ein Ergebnis des monotropischen Fokus ist. Es scheint, als ob es bei Kindern auf dem autistischen Spektrum viele Jahre länger dauert, ehe sie die getrennte Existenz anderer Menschen wahrnehmen, als dies bei typischen Kindern der Fall ist (Attwood, 1992; Lawson, 1998; Hobson, 1990).

    Obwohl ich sicher heute verstehe, was mit "Freund" gemeint ist, habe ich das doch als Kind nie begriffen. Auch über die Vorstellung, dass andere Menschen von mir verschiedene Wesen sind, habe ich nie nachgedacht. Wenn ich etwas gedacht habe, war ich davon überzeugt, die andern müssten auch wissen, was ich denke. Daher, dachte ich, müssten sie auch wissen, was ich wollte. Wenn sie dann meinen Wünschen nicht nachgekommen sind, habe ich mich wütend, verletzt und klein gefühlt. Sogar heute noch als Erwachsene muss ich mir das immer wieder bewusst machen.

    Bei einem monotropischen Kind tritt das Bewusstsein der Existenz anderer nur insoweit auf, als andere Menschen mit der Erfüllung der Interessen beschäftigt sind, mit denen sich das Kind beschäftigt. Im übrigen wird sich die Existenz anderer Menschen, ebenso wie die von allem übrigen außerhalb deseng fokussierten Aufmerksamkeitstunnels, nicht weiter auf dieses Kind auswirken. Sobald einmal der entscheidende Schritt erfolgt ist, andere Menschen wahrzunehmen, müssen immer noch weitere Schritte gemacht werden, bevor sich ein soziales Verständnis und eine soziale Motivation in einer der echten Teilnahme am Miteinander angemessenen Art und Weise, entwickeln kann. In einer sozialen Welt, in der die Regeln einfach, klar und unveränderlich sind, muss sich der Monotropismus nicht als hinderlich erweisen (Segar, 1997).

    Es tut wirklich gut, wenn ich weiß (weil mir derjenige das gesagt hat), was jemand fühlt. Dann kann ich mein Verhalten darauf einstellen. Ich muss aber sagen, dass das weniger häufig passiert, wenn es um Menschen geht, derer ich nicht direkt bewusst bin.

    Weil das Lernen einer Fähigkeit auch das Interesse daran beinhaltet und weil Monotropismus eine sehr fragmentierte Sicht der Welt bietet, entwickelt sich zwangsläufig ein unebenes Fähigkeitsprofil. Sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Motivation sind durch dem Monotropismus betroffen. Der Monotropismus macht es besonders schwer, den kontinuierlichen Fluss des sozialen Miteinanders nachzuvollziehen. Außerdem verhindern die kognitiven Auswirkungen des Monotropismus die gleichzeitige Aufmerksamkeit für verschiedene Perspektiven und begrenzen die Vorstellung darüber, wie die Interessen anderer Menschen aussehen, sodass der monotropische Mensch nicht weiß, wie er sich darauf anpassen soll. Bei monotropischen Menschen ist das sich bewusst machen anderer Sichtweisen und Perspektiven eher eine erarbeitete Leistung als etwas Natürliches und es kann sein, dass dies, wenn überhaupt, erst im Erwachsenenalter erreicht wird.

    Das sollte nicht passieren. Sie haben gesagt, sie könnten das tun. Ich glaube nicht, dass es wirklich nützlich ist, ein "Freund" für jemanden zu sein. Ich habe ihnen vertraut und jetzt haben sie mich enttäuscht." "Weißt du," sagte der Lehrer, "manchmal ändert man eben seine Meinung. Manchmal enttäuscht uns auch das Leben selbst. Das heißt nicht, dass es nicht gut oder nützlich ist, einen Freund zu haben; es bedeutet einfach, dass den Menschen noch anderes passiert und sie nicht immer all unseren Erwartungen an sie gerecht werden können.

    Für mich war das etwas ganz Neues, dass man auch seine Meinung ändern "darf". Die Leute haben vielleicht tolle Ideen, gute Absichten und jede Menge Motivation, aber dann erleben oder begreifen sie etwas wichtiges Neues, das sie in eine neue Richtung führt und sie von ihrem ursprünglichen Weg abbringt. Das war eine der ersten Gelegenheiten, wo ich begriff, dass andere Menschen wirklich etwas Getrenntes von mir sind, dass sie ihre eigenen Gedanken haben und dass sie manchmal etwas anderes denken als ich. Damals war ich vierzig.

    Jede Leistung erfordert Anstrengung und Aufmerksamkeit und geschieht sicherlich nicht ohne Motivation. Sich dessen bewusst zu sein, dass es andere Menschen mit eigenen Ansichten gibt, ist eine notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung, um die Gedanken anderer zu verstehen. Der Einzelne muss auch, ob bewusst oder nicht, einen Sinn darin sehen, die Anstrengung auf sich zu nehmen, andere zu verstehen. Auch hier ist der Monotropismus in mehrfacher Hinsicht ein Hindernis. Während man sich in einem Aufmerksamkeitstunnel befindet, ist es schwer, wenn nicht unmöglich, einen Sinn in etwas zu finden, das sich außerhalb davon befindet. Der Wunsch, andere zu verstehen, kann nur innerhalb des aktiven Interesses aufkommen, sonst wird es nicht auftreten; es wird sich überhaupt nicht manifestieren. Wenn also dieser Wunsch, andere zu verstehen, aufkommen soll, dann geschieht dies, weil andere Menschen sich entschließen, in den Aufmerksamkeitstunnel des Einzelnen zu gelangen und dort eine wirksame Rolle zu spielen (Webster et al, 2003; Lawson, 2001).

    Für einen, der monotropisch denkt, gibt es, wenn etwas nicht so funktioniert, wie er es erwartet, keine Alternative, wie es sie für einen gibt, der polytropisch denkt. Statt des erwarteten Ergebnisses steht er vor einem völligen Desaster (Lawson, 1998). Ein völliges Desaster ist aber extrem demotivierend. Menschen mit einem lückenhaften Verständnis der Welt als Ganzem und insbesondere der Welt des fließenden sozialen Miteinanders werden kaum Erfolg dabei haben, richtig zu beurteilen, wann und wie sie daran teilhaben sollen. Versuche, am sozialen Leben teilzunehmen, können zu den entmutigendsten Erlebnissen für Menschen auf dem autistischen Spektrum gehören.

    Ich erinnere mich, wie ich bei verschiedenen Gelegenheiten am Tisch war. Manchmal, um etwas zu essen, manchmal, um an einer Diskussionsrunde teilzunehmen. Solche Gelegenheiten können sehr nstrengend sein, weil ich, um zu verstehen, was passiert, meine ganze Aufmerksamkeit auf eine Reihe von Dingen gleichzeitig konzentrieren muss. Zum Beispiel muss ich darauf schauen, was die Körper der Leute tun und zugleich auf den Gesichtsaudruck der Leute. Ich muss ihren Worten zuhören und das ganze Geschehen verarbeiten. Außerdem muss ich überlegen, welche Rolle ich bei jeder Interaktion spiele und muss dann entscheiden, ob ich auf etwas reagiere. Dann muss ich darüber nachdenken, wie meine Antwort ausfallen soll. Das kriege ich oft nicht hin, weil meine Aufmerksamkeit in der Zwischenzeit auf anderes konzentriert ist und ich den Inhalt und den Zusammenhang des Geschehens nicht mitbekomme. Wegen dieser Schwierigkeiten vermeide ich soziale Situationen, die ich nicht kontrollieren kann. Ich komme mir oft sehr dumm vor, wenn ich merke, dass ganze Bereiche eines Gesprächs an mir vorbeigegangen sein müssen, ohne dass ich deren Bedeutung begriffen habe. Ich denke, mir kommt es dann sehr ungerecht vor, wenn die Leute denken, ich sei deswegen nicht sonderlich intelligent, was einfach nicht der Fall ist.

    Schließlich behindern auch Schwierigkeiten bei der Kommunikation, darunter der Sprache, wie es unten beim Kriterium 2 diskutiert wird, die sozialen Beziehungen.

    Kriterium 2

    Qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation, wie es sich in mindestens zwei der folgenden Punkte zeigt:

    I. Verzögerung oder völliges Fehlen der Entwicklung der gesprochenen Sprache (ohne den Versuch, dies durch alternative Kommunikationsweisen, wie Gestik oder Mimik zu kompensieren),

    II. bei Menschen mit adäquater Sprache deutliche Beeinträchtigung der Fähigkeit, ein Gespräch mit anderen zu beginnen oder aufrecht zu erhalten,

    III. stereotyper oder repetitiver Gebrauch der Sprache oder idiosynkratische Sprache,

    IV. Mangel an variierendem, spontanem Rollenspiel oder sozial imitierendem Spiel entsprechend dem Entwicklungsgrad.

    Diese ungewöhnlichen Merkmale der Kommunikation können auf monotropische Wahrnehmungen und Denkmuster zurückgeführt werdern, die das Verständnis fragmentieren, sodass Merkmale der Umgebung, die für Menschen mit einer diffusen statt hochkonzentrierten Aufmerksamkeit eindeutig sind, monotropischen Menschen ganz entgehen. Monotropische Menschen neigen dazu, Ereignisfolgen nicht wahrzunehmen, weil sie keine Verbindung zwischen den einzelnen Elementen einer solchen Folge erstellen. Ein weiterer Aspekt dieser Schwierigkeiten ist der Widerstand gegen Veränderung, den Kanner (1943) als zentralen Aspekt des Autismus erkannt hat und der sich aus unserer Sicht aus der Anwesenheit tiefer, selbst-bestimmter Aufmerksamkeitstunnel ergibt: jede unvorhergesehene Änderung erscheint besonders abrupt und erfordert Zeit, um sich darauf einzustellen (Lawson, 2001). Wenn allerdings das jeweilige vorrangige Interesse nicht stark genug verfolgt wird, kann dies zu Instabilität führen, in der kleinste Reize die Aufmerksamkeit an sich ziehen (Lawson, 1998).

    Um zu hören, was andere sagen, muss ich oft woanders hinschauen. Das tue ich, weil, wenn ich sie ansehe, während sie mit mir reden, mein Zuhören in Konflikt mit meinem Achten auf ihren Gesichtsausdruck gerät.

    Gespräche sind Ereignisketten auf verschiedenen Ebenen: der phonetischen (Laute), der phnologischen (regelhafte Laute), der syntaktischen (Grammatik), der semantischen (Bedeutung der Wörter und Sätze) und der pragmatischen (entsprechend den jeweiligen verschiedenen Interessen der Beteiligten) (Lyons, 1967; Green, 2001; Murray, 1987). Auf der phonetischen Ebene kann es sein, dass gehörte Laute als nicht miteinander verbunden identifiziert werden, sondern nur als irgendwelche Geräusche in einer ungefilterten, undifferenzierten akustischen Umgebung. Solange nicht die Sprache selbst zum Gegenstand des Interesses wird, werden monotropische Menschen länger brauchen, bis sie die Sprache als etwas bedeutungstragendes erkennen. Daher wird es auch länger dauern, ehe sie lernen, wie man Sprache wirksam in einem Gespräch einsetzt.

    Bei der Kommunikation mit Kleinkindern, die noch keine gesprochene Sorache haben, neigen Menschen dazu, Äußerungen aus ein oder zwei Wörtern zu verwenden, deutlich und laut zu sprechen und die Worte auf Gegenstände zu beziehen, für die das Kind ein Interesse entwickelt. Zum Beispiel werden wir, wenn das Baby eine Katze entdeckt, sagen: "Katze! Katze!" Wir nutzen also das gegenwärtige Interesse des Kleinlindes, um das Lernen der Sprache zu befördern. Eine Reihe von Merkmalen des Monotropismus beeinflusst aber den Spracherwerb. Bei monotropischen Kleinkindern mit akustischer Unterempfindlichkeit (Bogdashina, 2003) kann der Aufmerksamkeitstunnel so undurchdringlich sein, dass es den Reiz nicht wahrnimmt. Diejenigen mit einer akustischen Überempfindlichkeit (Blackman, 1999; Bogdashina, 2003) empfinden den Reiz meist als zu laut und versuchen, ihm aus dem Weg zu gehen. Es kann sein, dass solche Kinder überhaupt nicht sprechen lernen. Andere monotropische Kleinkinder können sich auf die Sprache selbst als vorrangiges Objekt ihres Interesses fixieren und daran auf Kosten anderer Interessengebiete unbeirrbar festhalten. Da der Erwerb des räumlichen und des Körperbewusstseins beim Kleinkind zur selben Zeit erfolgt wie der Spracherwerb, kann auch das räumliche und Körperbewusstsein bei Kindern beeinträchtigt werden, die dann auf Autismus oder Asperger-Syndrom diagnostiziert werden.

    Ich habe keine Sprache benutzt, bis ich vier war. Als ich dann aber entschied, dass Sprache etwas nützliches was, habe ich sie auf pedantische Art und Weise benutzt mit Worten, die bei mir etwas altklug wirkten. Ich habe zum Beispiel gesagt: "Diese Essenssubstanzen erfüllen nicht meine kullinarischen Bedürfnisse.

    Bei manchen Kleinkindern auf dem autistischen Spektrum wird eine völlige Sprachregression nach einem anfänglichen Wachstum des Wortschatzes beobachtet (Gilberg, 1999; Blackman, 1999; MRC, 2001). Diese Kleinkinder lernen das Sprechen als eine Möglichkeit, ihr Interesse auszudrücken und geben dann die Sprache auf, weil ein Wechsel in der Art und Weise stattfindet, wie sie ihnen gegenüber gebraucht wird. Während sich das Vokabular des Kindes schrittweise vergrößert, beginnen andere Menschen damit, Wörter zu benutzen, um das Interesse des Kindes für bestimmte Dinge zu wecken. Nehmen wir an, dass ein Kind einen Ball sieht, der Erwachsene aber der Meinung ist, dass es sich für die Katze interessieren sollte. Statt nun auf den Ball zu schauen und "Ball!" zu sagen, zeigt der Erwachsene auf die Katze und sagt: "Katze!" Sobald das Kind das Wort "Katze" gelernt hat, besitzt der Erwachsene ein Mittel, um das Interessensystem des Kindes zu beeinflussen. Eine Störung des Aufmerksamkeitstunnels ist eine sehr unangenehme Erfahrung. Daher kann für ein sehr monotropisches Kind Sprache auch wieder plötzlich unattraktiv werden.

    Gesprochene Sprache weckt beim Zuhörer Interesse. Diese Sprache wird zwischen Menschen benutzt, um ihre Interessen einander anzupassen (Murray, 1987). So wird Sprache normalerweise benutzt und für die meisten menschen ist das eine angenehme Erfahrung. So wie einige Menschen Kitzeln als unangenehm und aufdringlich empfinden, während es für die meisten einfach nur unterhaltsam und witzig ist, so empfinden manche Menschen den manipulativen Gebrauch von Sprache als unangenehm und aufdringlich.

    Die Regeln für ein Gespräch sind fließend, komplex, undeutlich, unausgesprochen und aufgeladen mit wechselnden sozialen Bedeutungen. Woher wissen wir, wann Menschen eine Pause machen und andere einsetzen können? Warum sagen Menschen das, was sie sagen? Wie passt ihre Betonung zu der Bedeutung der von ihnen verwendeten Wörter? Wann ist es angebracht, eine Pause zu machen, damit ein anderer reden kann, und warum? Für monotropische Menschen ist es äußerst anstrengend, die Antworten auf diese Fragen zu lernen (Lawson, 2001). Wenn es so viel gibt, was schiefgehen kann, ist die höchste Motivation erforderlich, um an der Sprache festzuhalten.

    Es gab eine Zeit, da habe ich fast ein Jahr lang das Sprechen ganz aufgegeben, weil ich damit immer in Schwierigkeiten geraten bin.

    Viele monotropische Menschen nehmen ungerne an Gesprächen teil, weil sie es sowohl demotovierend als auch überaus anstrengend finden. Jene monotropischen Menschen, die die semantischen und syntaktischen Regeln gemeistert haben und sicher in ihrem Wissen in bestimmten Interessengebieten sind, tun sich dennoch manchmal schwer damit, Unruhe oder mangelndes Interesse beim Zuhörer wahrzunehmen. Manche Menschen kommen durchs Leben, ohne überhaupt die pragmatischen Schwächen in ihrem Redestil zu erkennen, andere dagegen erkennen diese fehlende Anpassung jederzeit während ihrer Entwicklung. Depressionen sind oft die Folge dieser Erkenntnis, wovon bei Betroffenen häufig berichtet wird: vgl. die verschiedenen persönliche Berichte bei Willey (Hrsg.), 2003 und für einen Überblick vgl. Ghaziuddin et al, 2002.

    Außerdem sehen monotropische Menschen manchmal wenig Sinn in einer Kommunikation, weil bei ihnen eine Unsicherheit in Bezug auf die eigene Autonomie und persönliche Identität und als Folge dessen Schwierigkeiten, die Grenzen zwischen dem Ich und den anderen zu erkennen, bestehen (Jordan, 1999; Murray, 1996).

    Schlussfolgerung - Auswirkungen auf die Praxis

    Ich glaube, dass für viele von uns, die wir auf dem autistischen Spektrum diagnostiziert sind, die Anforderung, auf so viele Dinge gleichzeitig "aufzupassen", ein Alptraum ist, Wir neigen dazu, uns jeweils auf eine Sache zu konzentrieren und das bedeutet meist, dass wir eine Menge oberflächlicher Informationen "verpassen", die den Zusammenhang zu einem großen Teil des Lebens (Gespräche, Erwartungen, Erkennen) bieten. Wenn man dies aber verstanden hat, sollte der Umgang mit uns weniger schwierig sein. Wenn ich mich aufrege, sende ich vielleicht Signale, die andere als "schwierig" fehlinterpretieren. Ein Großteil des schwierigen Verhaltens aber, den man beim Autismus beobachtet, ist eine Folge von Angst und sich nicht wohlfühlen. Das zu begreifen ist der erste Schritt, uns allen dabei zu helfen, dass wir angemessenere Kommunikationssysteme entwickeln.

    Um effektiv und angemessen zu arbeiten, müssen Fachkräfte ein Verständnis des Rätsels Autismus besitzen. Entsprechend müssen auch Menschen mit Autismus ein Verständnis der Rätsel des Alltagslebens besitzen. Für Menschen mit Autismus ist das Verständnis spezifisch, kontextfrei und abhängig von der Aufmerksamkeit, die oft hochfokussiert ist und der daher leicht einen Großteil der relevanten Information entgeht.

    Es gibt verschiedene Auswirkungen auf die Praxis. Bei monotropischen Menschen treten Emotionen in Extremen auf: Angst, extatische Freude, Wut, Verzweiflung und Distanziertheit wechseln einander ab. Auch Wertungen fallen extrem aus, ebenso die Akzeptanz von Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit, wobei einem die Existenz einer kategorischen Unsicherheit beigebracht werden muss. Emotionale Belohnungen sind entscheidend für die Motivation; erkennen, dass die eigenen Emotionen mit denen anderer Menschen im Einklang sind, ist ebenfalls eine Art Belohnung und wie alle emotionalen Zustände wird auch dieser von Menschen auf dem autistischen Spektrum intensiv gespürt. Die Belohnung für neurotypische Menschen für ihr Bemühen, sich auf die Interessen und emotionalen Zustände von monotropischen Menschen einzustellen, kann genauso intensiv sein. Für alle Betroffenen neigen die Fähigkeiten, die dabei erworben werden, dass der Einzelne seinen individuellen Interessen nachgeht, dazu, anzudauern und wertgeschätzt zu werden.

    Die folgenden Erfahrungswerte haben sich ergeben, die wir als nützlich erachten, ungeachtet des Schweregrades des Autismus beim Betroffenen:

  • Rege Verbindungen mit anderen Menschen, sowie positive Ansichten über die Gesellschaft mittels der Interessen des Betroffenen an. "Hole das Kind da ab, wo es ist."
  • Stelle sicher, dass der Betroffene, während er seine eigenen Interessen verfolgt, Verbindungen erwirbt - endogen motivierte Bindungen sind dabei am stärksten und stabilsten.
  • Verbessere das Verständnis, um falsche oder lückenhafte Verbindungen zu korrigieren.
  • Reduziere die Aufgabenanforderungen, was Komplexität, Zeitdruck und irrelevante Reize angeht.
  • Gestalte die Aufgaben sinnvoll: wenn Aufgaben und Ideen in kleinen Portionen vermittelt werden, stelle sicher, dass der Bezug der Teile untereinander verstanden wird.

    Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Forschung im Bereich Monotropismus betrieben und Wege gefunden würden, damit besser umzugehen und ihren Wert zu erhöhen.

    Danksagung

    Wir danken für die Ermutigung und den Rat unserer anonymen Kritiker. Wir danken ebenfalls den folgenden Personen für ihren Beitrag zur Entwicklung der Ideen der vorliegenden Arbeit, den sie zum Teil über mehrere Jahre geleistet haben: Peter Allen, David N.Andrews, Uta Frith, Franky Happé, Rita Jordan, David Potter, Stuart Powell, Paul Shattock, Ferenc Virag und Andrew Walker. Eve Grace und Nita Graham haben eine unschätzbare Rolle bei der klärenden Ausformulierung unseres Anliegens gespielt. Schließlich danken wir auch Jeanette Buirski dafür, dass sie im Jahre 1991 den Begriff "Monotropismus" geprägt hat, um damit unsere frühesten Gedanken zum Autismus zu beschreiben.

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    1 Wo ihre Kommentare, wie hier, besonders hervorgehoben erscheinen, schreibt Lawson, die auf Autismus diagnostiziert ist, speziell aus der autistischen Sicht. Im

     

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